Literatur. Die Sage von der Kaufmannslist wurde mit wechselnden Vor-zeichen durch alle Jahrhunderte kolportiert, fand ihren Niederschlag inpopulären Sagensammlungen und auch in der Schulbuchliteratur undwirkt durch sie bis in die heutigen Tage.
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Das berühmte Rosengärtlein auf dem Aggstein verdient in diesem Buchebenfalls Beachtung, obwohl es mit den Kuenringern unmittelbar eigent-lich sehr wenig zu tun hat. Die Erzählung vom Rosengärtlein wird je-doch immer mit dem Geschlecht verbunden und gilt als„ die Kuenrin-gersage" schlechthin. Der bösartige Raubritter Schreckenwald und seinegrausamen Taten haben seit Jahrhunderten ihr schauerndes Publikum,und daß Schreckenwald, oder die Person, die man mit diesem Namenidentifizierte, nicht aus dem Geschlecht der Kuenringer hervorgegangenwar, hat trotz zahlreicher Berichtigungen der Tatsachen bisher in derVolksüberlieferung keinen Niederschlag gefunden.
Die ersten Besitzer von Aggstein bzw. dessen Erbauer waren entwederAzzo von Gobatsburg oder dessen Sohn Nizo, am wahrscheinlichstenaber dessen Sohn Albero( 1085-90 bis um 1160) 78. Im Zuge der Fehdeder„ Hunde von Kuenring" mit dem Herzog Friedrich II.( 1230) wurdedie Burg Aggstein zerstört und blieb lange Zeit als abschreckendes Mahn-mal verödet stehen. Im Jahr 1429 gab Herzog Albrecht V. das ödeHaus Aggstein,„ das einst von Untat wegen zerbrochen worden ist",seinem Kammermeister Jörg dem Schecken von Wald seiner getreuenDienste wegen zu Lehen, damit er es nach seinen Bedürfnissen wiederaufbaue 79. Dieser Georg Scheck vom Wald entstammte einem Ritterge-schlecht aus der Gegend von Steyr im Lande ob der Enns und erfreutesich der besonderen Gunst des Landesfürsten Herzogs Albrecht V.Dieser verlieh ihm kraft eines zu Prag am 30. September 1438 gefertig-ten Diploms auf ewige Zeiten eine Maut an der Donau unter demHause zu Aggstein, die von allen stromaufwärts fahrenden Schiffen, jenevon geistlichen Leuten ausgenommen, bezahlt werden sollte 80. GeorgScheck baute nun offenbar diese Burg zu einem Raubnest aus; er sollbei seinem Mauthause mit Hilfe einer Kette die Donau gesperrt, dieReisenden ausgeplündert und von seinen Gefangenen schweresLösegeld erpreẞt haben. Die Chronik des Stiftes Melk berichtet, daßder mächtige Landherr Scheck, an Bösartigkeit den Straßenräubern
78 Ignaz Franz Keiblinger, Die Burg Aggstein in Österreich. Berichte und Mit-teilungen des Altertumsvereins zu Wien 1864, S. 15.
79 Keiblinger, Die Burg, S. 34, siehe Anm. 78.
80 Keiblinger, Die Burg, S. 38, siehe Anm. 78.
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