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Die Kuenringer in Sage und Legende
Entstehung
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die auf ihr verkehrenden Handelsschiffe ausgeraubt haben. Friedrichder Streitbare machte dem Unwesen ein Ende. Er zerstörte die BurgHeinrichs in Zwettl und überwand Hadmar auf Aggstein mit Hilfe einerList. Ein Wiener Kaufmann namens Rüdiger rüstete in Regensburg einmit kostbaren Waren beladenes Schiff mit dreißig Bewaffneten aus. Wieerwartet ließ Hadmar bei Aggstein das Schiff anhalten, und kaumhatte er es betreten, wurde er überwältigt und gefangen nach Wien ge-bracht. Der Landesfürst ging gegen die Kuenringer jedoch maßvoll vor.Diese Sage aus der Wachau, einem Herrschaftsschwerpunkt der Kuen-ringer, hat wie manch andere Überlieferung über die Kuenringer ihrenUrsprung in der Bärenhaut 71. Ihr Verfasser beklagt die Schäden, welcheHadmar III. und Heinrich I.( III.), vermutlich um ihre politischen Un-ternehmungen zu finanzieren, dem Stift Zwettl zugefügt haben. Die Er-zählung über die Kaufmannslist erscheint außer in Zwettl in keiner an-deren Quelle der Zeit, was nicht gerade dafür spricht, daß die in ihrberichtete Handlung tatsächlich stattgefunden hat. Es ist aber auch keinähnliches Erzählmotiv aus der Zeit und der Gegend bekannt, womit derUrsprung der Sage weiter im Dunkeln bleibt. Um die Geschichte abereinfach der Erzählfreude und Fabulierkunst eines Zwettler Möncheszuzuschreiben, erscheinen die Details zu sehr von sagenhaften Motivengeprägt zu sein. Das Motiv der Absperrung der Donau mittels einerEisenkette erscheint auch bei dem zwei Jahrhunderte später auftreten-den Georg Scheck von Wald, dem man ebenfalls Raubritteraktivitätenzuschrieb.

Die Erzählung wird durchsichtig, wenn man sie im Zusammenhang mitdem Ministerialenaufstand gegen Friedrich II. betrachtet 72. Unter derFührung der bereits sehr mächtig gewordenen Kuenringer kämpftendie Ministerialen um die Beibehaltung beziehungsweise den Ausbau ihrerStellung, die sie durch die Machtansprüche des Landesfürsten gefährdetsahen. Friedrich II., unterstützt durch eine bedeutende Adelsgruppe undden Klerus, blieb gegen den Aufstand siegreich. Er mußte den Ministeria-len zwar keine Zugeständnisse machen, konnte sich aber auf Grund deraußenpolitischen Lage( Bedrohung durch Böhmen und Ungarn) auchnicht leisten, sie gänzlich ihrer Machtgrundlagen zu berauben. Auf Grunddieser Polarität, aufständischer Adel auf der einen Seite und fürsten-treuer Adel, Bürger und Kirche auf der anderen, nahm die landesfürst-liche Propaganda dankbar die Erzählung über die räuberischen Hunde"

71 Lib. fund. S. 100 f. und S. 125 ff.

72 Vgl. dazu: Leonard Gatscher, Drei Sagen aus der Geschichte Österreichs zurZeit der Babenberger. In: 13. Programm des k. k. Ober- Gymnasiums derBenedictiner zu Seitenstetten, Linz 1879, S. 16 ff.

und Brunner, Die Kuenringer, S. 16 ff., siehe Anm. 1.

3 Schindler, Die Kuenringer

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