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Die Kuenringer in Sage und Legende
Entstehung
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nächtlichen Spuk, der seit dem gespenstischen Zweikampf der längstverstorbenen kuenringischen Brüder zuweilen das Schloß heimsuchte.Daraufhin bestand Zrinyi, gegen den Willen des Burgherrn, in demZimmer zu übernachten, wo der Spuk sich zuzutragen pflegte. Amnächsten Morgen fand man den Gast totenbleich, mit der Hand amSäbel, starr in die Mitte des Zimmers blickend. Wortlos sich verab-schiedend eilte er vom gespenstischen Ort. Nach Jahren, und nachdemer viele Heldentaten vollbracht hatte, besuchte Zrinyi wieder die FamilieTraun, diesmal in Petronell, wo sie sich mit allen Erinnerungsstücken undSeltenheiten aus Rappottenstein nun niedergelassen hatte. Bei einemGang durch das Schloß blieb Zrinyi plötzlich vor der Ahnengalerie derKuenringer stehen. Er erkannte die beiden nächtlichen Duellanten, undnun wurde offenbar, was lange Zeit unbekannt war, nämlich welchesPaar aus dem Hause Kuenring die feindlichen Brüder waren.

Bei Hormayr ist diese Geschichte breiter erzählt und um einige Detailserweitert 57. Hier wird nicht vom Grafen Zrinyi gesprochen, sondernvon einem vornehmen, dem Hause Traun nahe verwandten ungari-schen Flüchtling. Dieser erkennt allerdings in Petronell bei Betrachtungder Ahnentafeln und Ebenbilder der Kuenringer sofort die beidenKämpfer und benennt sie auch als Hadmar und Albero.

Unklar bleibt vorläufig die Bekanntschaft bzw. sogar Verwandtschaftdes Grafen Nikolaus Zrinyi mit der Familie Traun, bzw. die Ursache,auf Grund derer Zrinyi überhaupt mit dieser Kuenringersage in Ver-bindung gebracht wird. Daß das Wandermotiv der ritterlichen Zwei-kampfsagen auch bei den Kuenringern Eingang gefunden hat, ist nichtverwunderlich und wurde bereits an anderer Stelle ausgeführt, aberdie Verquickung der handelnden Personen Ende des 17. Jahr-hunderts ist merkwürdig. Weiters weiß man nichts über den Verbleibdieser Ahnengalerie, die zur selben Zeit nach Schloß Petronell gekom-men sein soll. Wie Hormayr zur Nennung der beiden kuenringischenNamen kommt, bleibt ebenso im Dunkeln wie die Frage, um welchenHadmar und Albero es sich handeln könnte. Solange die Quelle, aus derHormayr in diesem Fall schöpfte, unbekannt bleibt, wird es auch schwersein, die Tatsachen um diesen fragwürdigen Zweikampf zu erhellen. Esgibt jedenfalls außer der Sage keinen einzigen Hinweis, daß ein solchertatsächlich stattgefunden hat. Aber die Begleitumstände und Faktenrund um die Erzählung sind derart merkwürdig, daß eine weitere Er-forschung dieser Sache äußerst reizvoll erscheint.

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57 Hormayr, Tb. f. Vaterl. Gesch. 1822, S. 295 ff., siehe Anm. 20.

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