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Die Kuenringer in Sage und Legende
Entstehung
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des Klosters eine Verletzung der Heilsordnung Gottes bedeuten würde.Das Verbindungsglied in der Überlieferung zum 19. Jahrhundert bildendie Annales Austrio- Clara- Vallenses des Abtes Johann Bernhard Linck 47.Seine Erzählung des Traummotivs und der Baumauffindung geht in einewortreiche barocke Predigt über, welche für die Rezeption des Legenden-stoffes in dieser Zeit interessant und typisch ist. Im 19. Jahrhundert er-scheint das Motiv in einigen literarischen Bearbeitungen auch außerhalbdes Klosters 48. In den bereits genannten niederösterreichischen Sagen-sammlungen zu Anfang des 20. Jahrhunderts findet die Zwettler Legen-de ebenfalls Erwähnung 49. Die mündliche und schriftliche Tradierungdes Motivs bleibt aber auf den lokalen Raum des Waldviertels bzw.Niederösterreichs beschränkt.

Die Gründungslegende hat im Stift Zwettl auch in zahlreichen bildlichenDarstellungen ihren Niederschlag gefunden 50. Bei allen Gestaltungen desHauptaltares wurde die Eiche, an der das Wunder sichtbar gewordenwar, einbezogen. Wie die erste Fassung, die 1383 nach Fertigstellung desKapellenkranzes in einer feierlichen Altarweihe ihrer Bestimmung über-geben wurde, ausgesehen haben mag, ist nicht mehr bekannt. Unter AbtErasmus Leisser( 1512-45) entstand ein spätgotischer Flügelaltar. DieAngaben über diesen Altarbau sind ebenfalls dürftig 51. Man weiß nur,daß die Arbeiten zwischen 1516 und 1525 ausgeführt wurden, und zwarim Stift selbst. Eine Abbildung des Altares ist in einer Federzeichnung

47 Es handelt sich dabei um eine Stiftsgeschichte, die Linck in den Jahren1631-1645 erarbeitet hatte. Aber erst 1723/25 veranlaßte Abt MelchiorZaunagg die Drucklegung in Wien.

Bericht über die wunderbare Auffindung der Eiche:

Annales, Band 1, S. 128 f.

48 Friedrich Reil, Der Wanderer im Waldviertel. Brünn 1823, S. 207-210.Huber, Die Kuenringer. S. 34 f., siehe Anm. 16.

Rudolph Mühlböck, Hadamar von Chuenringen oder die Gründung des KlostersZwettl in Unterösterreich. Wien 1839.

Joseph Adalbert Krickel, Eisenbahn- Ausflüge auf der Kaiser- Ferdinands- Nord-bahn. Wien 1844, S. 169 ff.

Johann Nepomuk Vogl, Balladen, Romanzen, Sagen und Legenden. Wien 1846,S. 543 und S. 714.

49 Kießling, Frau Saga, Bd. 1, S. 55, Nr. 54, siehe Anm. 42.

Kießling, Frau Saga, Bd. 5, S. 110, Nr. 165.

Anton Mailly, Niederösterreichische Sagen. Leipzig 1926, Nr. 228.Joseph Pöttinger, Niederösterreichische Volkssagen. Wien 1950, S. 254 f.

Franz Braumann, Sagenreise durch Niederösterreich. St. Pölten 1976, S. 162.50 Hinweise dazu verdanke ich dem Zwettler Stiftsarchivar Herrn Dr. Joh.Tomaschek.

51 Vgl. Stephan Rössler, Die innere Einrichtung der Zwettler Stiftskirche im16. und 17. Jahrhundert.

( Sonderdruck XIII/ 29 aus der Zwettler Stiftsbibliothek.)

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