waren, die sich verschieden benannten, in der Nähe von Eggenburg ver-sammelt, um über einen gemeinsamen Namen zu beraten und eine zuerbauende Burg nach ihm zu benennen. Als sie um einen Platz ver-sammelt waren,habe einer von ihnen ausgerufen:„ Hie habent diechunen ditzes landes an einem ring, do van schol daz hous heizzenChuenring." Diese volksetymologische Erklärung vom Ring der Kühnenfand später und bis in heutige Tage eifrige Verbreitung 27.
Brunner gibt zu bedenken 28, daß zur Zeit der Abfassung des Stifter-buches Kühnring gar nicht mehr im Besitz der Kuenringer war, son-dern durch Eufemia an die Pottendorfer gegangen war. Das sprächedoch dafür, daß es über das Materielle hinaus von keiner Bedeutungfür das Geschlecht und kaum so etwas wie ein Stammsitz gewesensein konnte. Neben verschiedenen anderen Deutungsversuchen 29 er-scheint die philologische Deutung, welche einen-ing- Namen zu„ Cuniher"annimmt, am wahrscheinlichsten. Zur Zeit Hadmars I. gab es in Kühn-ring bereits ein befestigtes Haus. Es gehörte vermutlich einem Cuniher,der vielleicht bei den Kuenringern in Diensten stand. An der Stelle desHauses erbauten die Kuenringer eine feste Burg und nannten sie wahr-scheinlich nach diesem Cuniher, der aber bisher nirgends belegt ist.Warum die Wahl gerade auf Kühnring fiel, obwohl die Kuenringer zudieser Zeit bereits an mehreren Stellen Niederösterreichs saßen, bleibtvorläufig noch ungeklärt.
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Eine der spektakulärsten und für die Kolonisation des Waldviertels be-deutungsvollsten Taten, welche die Kuenringer setzten, war die Stiftungdes Klosters Zwettl. Für eine bedeutende Adelsfamilie des Mittelalterswar es wichtig, ein eigenes geistliches Zentrum zu haben, in dem dieHochfeste des Lebens gefeiert werden konnten, in dem für das Wohl derFamilie gebetet wurde und in welchem man schließlich die letzte Ruhefinden konnte 30. Die ersten Kuenringer treten in der Umgebung dergleichen Klöster auf wie die Landesfürsten, aber bereits in der nächstenGeneration trat der Wunsch nach einem eigenen Ort der frommenKontemplation auf, der sehr bald durch Hadmar I. verwirklicht wurde.
27 Z. B. Huber, Die Kuenringer, S. 29 f., siehe Anm. 16, oder Anton Mailly,Niederösterreichische Sagen. Leipzig 1926, Nr. 240.
28 Brunner, Herk. d. K., S. 295, siehe Anm. 1.
29 Karl Lechner, Geschichte der Besiedlung und der ursprünglichen Grundbe-sitzverteilung des Waldviertels. In: Jahrb. f. Landesk. v. NO. 19( 1924),S. 97 ff.
Otto H. Stowasser, Das Tal Wachau und seine Herren von Kuenring. In:Mittlg. d. Vereins f. Geschichte d. Stadt Wien 7( 1927), S. 13 ff.
30 Vgl. dazu Brunner, Die Kuenringer, S. 11, siehe Anm. 1.
2 Schindler, Die Kuenringer
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