Version in der Sagensammlung bei Calliano 18. Etwas stärkere Beach-tung findet Azzo bei Joseph von Hormayr( 1781-1848) 19, dem Ver-fasser populärer patriotischer Werke zur Geschichte Österreichs 20, welche
als Quelle für viele Literaten seiner Zeit und auch noch nach dieserdienten; sie fand aber kaum Widerhall in seinem Kreis 21. In Werkenwie„ Azzo von Kuenring, oder: Das Gericht der Todtenritter auf demRiederberge 22 gibt Azzo nur den Titel für eine romantische Erzäh-lung im Zeitgeschmack, die mit den historischen Gegebenheiten nochweniger zu tun hat als die Sage. Der edle Herr Azzo von Kuenring 23besteht hier verschiedene schaurige Abenteuer im Dienste des Mark-grafen Albrecht I. und seiner Söhne Leopold des starken Ritters undErnst des Tapferen. Der Roman ist eines der wenigen Beispiele, das dieVerbindung der Kuenringer zu den Babenbergern in positiver Hinsichtinterpretiert.
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Das oben genannte Hetzmannswiesen, dem Azzo- Mannen seinen Namengegeben hatten, in dem Azzo die drei Königshufen zugewiesen erhaltenhatte( 1057), wird aufgrund einer Passage in der Bärenhaut 24 mit demOrt Kühnring bei Eggenburg in Zusammenhang gebracht; bewiesen istdie Identität der beiden Orte bislang allerdings noch nicht. Der Ge-schlechtsname der Kuenringer erscheint zum ersten Mal im Zusammen-hang mit Hadmar I. im Jahr 1136, wo er als Hademar de Chuonringenin einer Schenkungsurkunde der Markgräfin Agnes an das Stift Kloster-neuburg genannt wird 25. Für die Herkunft des Namens hat die Bären-haut wieder eine plausible Erklärung parat 26. Danach hätten sich dieNachkommen Azzos, welche bereits in mehrere Familien verzweigt
18 Carl Calliano, Niederösterreichischer Sagenschatz. Wien 1924, S. 221 f.19 Vgl. Hedwig Heger, Das Nachleben der Babenberger in der deutschenLiteratur. Katalog zur Babenbergerausstellung, Lilienfeld 1976, S. 635.
20 Hormayr gab heraus:
Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst( 1810-1828).Taschenbuch für Vaterländische Geschichte( 1811-1828).
Leben und Bildnisse aller Regenten und der berühmtesten Feldherrn, Staats-männer, Gelehrten des österreichischen Kaiserstaates.( ,, ÖsterreichischerPlutarch 1807-1814) und schrieb„ Die Kuenringer", ein Stück aus einemunaufgeführten Dramenzyklus, nach dem Zwettler Stifterbuch.
21 Peter Zawrel, Das Nachleben der Kuenringer. JbLkNO. S. 15 f.( 1980).22 Ludwig Dellarosa( Pseud. für J. A. Gleich), Azzo von Kuenring, oder: DasGericht der Todtenritter auf dem Riederberge. Wien 1844.
23 Tatsächlich taucht der Geschlechtsname„ von Kuenring" niemals im Zusam-menhang mit Azzo auf, sondern erst viel später, etwa um 1130.
24 Lib. fund., S. 13.
25 NO. Landestopogr., S. 570, siehe Anm. 17.
26 Lib. fund., S. 52 und S. 13.
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