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Die Wallfahrten nach Adlwang im Lichte der Mirakelbücher : (1620-1746) ; eine volkskundlich-kulturhistorische Studie
Entstehung
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liaben bereits im ersten Kapitel, wo wir unter anderem den ge-schichtlichen Aufbau und die Grenzen der Kultdynamik Adlwangserörtert haben, darauf hingewiesen sowie auch im allgemeinen derVerbreiterung des geographischen Streubereiches der Pilger ge-dacht, die seit dem großen Auftreten der Pest in Österreich von1679 hier eingesetzt hat. Wir wollen hier nur die Zahlen sprechenlassen.

Wie schon allgemein erwähnt, stammten die meisten Nahwall-fahrer aus dem oberösterreichischen Traunviertel 64). Unter denverzeichneten mirakulösen Vorfällen gehören die ältesten, die ausden 20er und 40er Jahren des XVII. Jahrhunderts überliefert sind,ausschließlich dem Traunviertel an, und auch da ist es wieder dieengere und weitere Umgebung von Adlwang. Erst in den 70er Jah-ren des XVII. Jahrhunderts werden Begnadete aus dem Hausruck-viertel 65) gebucht, und zwar seit dem Auftreten der Pest im Jahre1679. Ebenso wirkte im Machlande und im Mühlviertel 66) die An-ziehungskraft des Adlwanger Madonnenstandbildes erst seit demWüten dieser Seuche. Die aus dem Erzherzogtume Österreich unterder Enns stammenden Adlwanger Pilger 67) waren nach den Mirakel-büchern mit wenigen Ausnahmen zwischen dem Enns- und Erlaftaleseẞhaft, also in nächster Nachbarschaft des Traunviertels, wohinsie die nach der Stadt Steyr führende Eisenstraße wies. Nur Wienmacht davon eine Ausnahme und ebenso je 1 Fall aus Persenbeugund aus dem Wallfahrtsorte Karnabrunn bei Korneuburg. Doch kannman auch bei den aus Niederösterreich kommenden Wallern dieBeobachtung machen, daß ihr Zulauf nach Adlwang mit dem Auf-treten der Pest im Jahre 1679 einsetzte. Daß so viele Wiener inden Jahren 1679 und 1680 nach dem Adlwanger Gnadenorte zogen,hing vornehmlich mit ihrer in Oberösterreich wohnhaften Verwandt-schaft zusammen. Der Ruf Adlwangs drang auch in der Pestzeit,wie schon an anderer Stelle bemerkt wurde, von der MariazellerWallfahrtskirche aus weiter in die Steiermark ein, wenn es sichauch, wie aus obgenannter Zahl ersichtlich ist, nur um vereinzelteaus der Steiermark kommende Adlwanger Pilger 68) gehandelthaben kann. Während aus der Stadt Salzburg nur 1 AdlwangerWunderbericht aus dem Jahre 1682 aufgezeichnet worden ist, liegenaller Wahrscheinlichkeit nach 2 Fälle aus dem BöhmerwaldstädtchenKaplitz 69) vor, die gleichfalls nach dem großen Pestjahre 1679 sichereignet haben. Nach den Mirakelbuchungen war der Wallerzulaufaus Bayern 70), gering, relativ stark ist darunter das erst durch denTeschener Friedensvertrag von 1779 an Oberösterreich zugefalleneInnviertel 1) vertreten. Auch diese bayerischen Pilger nahmen erstin relativ später Zeit von der Wunderkraft Adlwangs Notiz.

Nach dem aus den beiden Mirakelbüchern gewonnenen kult-geographischen Streubereich der Pilger ergibt sich, daß die Kult-

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