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Die Wallfahrten nach Adlwang im Lichte der Mirakelbücher : (1620-1746) ; eine volkskundlich-kulturhistorische Studie
Entstehung
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Studie vorliegt, so vermeinen wir doch nicht mit der Annahme fehlzu gehen, daß die Kultdynamik Adlwangs im XVIII. Jahrhunderteals die größte unter den Wallfahrtskirchen des Landes gegolten hatund auch gewesen zu sein scheint. A. Hoppe 28) erwähnt, ohnefreilich die Belegstelle aus der von ihm benützten Literatur zu nen-nen, daß damals Adlwang als das oberösterreichische Mariazellangesehen wurde. Überschaut man die Wallfahrtsorte Oberöster-reichs, sofern sie in dieser Zeit bestanden oder erst begründet wor-den sind, dann wird man wohl viele kleine und einige von mittlererGröße vorhandene in dieser Periode feststellen können, wenn auch,wie gesagt, die jährliche Zahl der Pilger zu diesen Gnadenortenstatistisch noch nicht errechnet ist und daher ein kultdynamischerVergleich dieser Wallfahrtskirchen nur sehr ungenau sein kann.Jedenfalls gehörte damals die unweit der Stadt Steyr in den Jahren1708 und 1709 erbaute Christkindlgnadenkirche nach Adlwang zu denbedeutenderen dieses Landes, wenn sie auch lange nicht als Groß-wallfahrtsstätte nach damaligen Verhältnissen bewertet werden darf.Josef Harter gibt in seiner Broschüre ,, Ursprung und Geschichtedes Gnadenortes Christkindi" Steyr o. J.( 1909) auf S. 24 für dieJahre 1709( 1. X.) bis einschließlich 1712( 1. VIII.) eine Wallfahrer-gesamtzahl von 22.499 Personen an, was einem Jahresdurchschnittvon ungefähr 7500 entspricht 29).

Diese Hochflut der Wallfahrten nach Adlwang, die um die Mittedes XVIII. Jahrhunderts angesetzt werden darf, spiegelte sich auchwieder in den dahin unternommenen Gemeinschaftswallfahrten, wel-che der Zusammensteller des handschriftlichen Mirakelbuches von1746 namentlich angeführt hat. Es kamen danach alljährlich hierherder Abt von Kremsmünster mit dem sogenannten großen Kirch-bergerkreuz nach Ostern an einem nicht festgesetzten Tage, dervon der Witterung abhängig war, am 1. Mai die PfarrgemeindeWaldneukirchen einschließlich der Filialkirche St. Nikolai sowie amgleichen Tage die Pfarrkinder von Pfarrkirchen, am großen Sams-tag nach dem Sonntag Rogate die Angehörigen der Pfarren Ke-maten an der Krems, Neuhofen a. d. Krems, Pettenbach, Pfarrkir-chen, Ried b. Kremsmünster, Sippachzell und Wartberg, am Mitt-woch darnach in der Kreuzwoche abermals die Waldneukirchenerpfarrweise, am Sonntag nach Christi Himmelfahrt die PfarrgemeindeEberstallzeli, am Pfingstdienstag die von Buchkirchen, am Drei-faltigkeitssonntag Wallfahrer aus dem Mühlviertel 30), jedoch ohneeinen Priester, und am 24. Juni die Pfarrkinder von Aschach an derSteyr. Weiters zogen hierher die Bewohner der Pfarrsprengel Tern-berg a. d. Enns am Sonntag nach Peter und Paul, von Sierningam Maria Heimsuchungstage, von Waldneukirchen am Magdalena-tage und am Maria Himmelfahrtstage wieder von Waldneukirchen,aber auch von Steinbach an der Steyr und Grünburg a. d. Steyr, die

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