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Die Wallfahrten nach Adlwang im Lichte der Mirakelbücher : (1620-1746) ; eine volkskundlich-kulturhistorische Studie
Entstehung
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heiltumes verbreitete und vertiefte. In der Periode von 1620-1679wurde die Adlwanger Wallfahrtskirche vergrößert, ein Umstand,der jedenfalls auf einen Zulauf von Kirchfahrern hindeutet 19). DasJahr 1679 bildet deshalb einen Wendepunkt in der Geschichte derAdlwanger Wallfahrten, weil damals die schwerste PestperiodeÖsterreichs( 1679-1682) begann, und Adlwang gerade durch dasAuftreten dieser Seuche einen großen Aufschwung als marianischerGnadenort nahm, der sich in der erhöhten Kultdynamik und ineinem Wallfahrerzuzuge nicht nur aus der Nähe, sondern auch ausder Ferne äußerte. Adlwang war nahezu mit einem Schlage zu einemder größten, wenn nicht dem größten Wallfahrtsorte von Öster-reich ob der Enns geworden, zu dem Kirchfahrer aus dem ganzenLande, ja eine kürzere Zeit hindurch sogar aus Wien, den benach-barten Teilen Niederösterreichs, vereinzelt auch aus Bayern, Böh-men und Steiermark herbeigeeilt sind.

Verhältnismäßig spärlich sind wir über das Adlwanger Wall-fahrtswesen von 1620-1679 unterrichtet. Wir sind auf keineswegszuverlässige Zeugnisse aus späteren Quellen angewiesen, nämlichauf Freyd und auf das 1746 beendete handschriftliche Mirakel-buch. Der Zusammensteller des letzteren erwähnt, daß seit 1636Wallfahrer von Enns, St. Florian, Steyr, Kirchdorf und Krems-münster nach Adlwang gekommen seien, und zwar teils einmaljährlich, teils an 3 Samstagen. Er bemerkt zugleich, daß diese Ge-wohnheit 1679 als eingebürgert empfunden wurde. Ob unter diesen3 Samstagen die goldenen gemeint seien, mag dahin gestellt bleiben,ausdrücklich erwähnt werden letztere, wie schon oben aufgezeigtist, von beiden Quellen nicht. Freyd gibt am Schlusse seinesBuches als vornehmliche Wallfahrtszeiten im Jahreslaufe für Adl-wang 1683 folgende an: der sogenannte große Samstag nach Ro-gate( fünfter Sonntag nach Ostern), besucht von etlichen Tausen-den, der Tag Johannes des Täufers( 24. VI.) von über tausend, derMaria- Magdalena- Tag( 22. VII.) von etlichen hundert, der TagMaria- Himmelfahrt( 15. VIII.) und Maria- Geburt( 8. IX.) mit je eini-gen tausend. Weiter vorne in seinem Mirakelbuche geht er auf Ein-zelheiten bei der Aufzählung der in Übung stehenden jährlichenterminierten Gemeinschaftswallfahrten nach Adlwang ein. Darnachkamen am sogenannten großen Samstag vor der Kreuzwoche odervor dem Auffahrtstage Prozessionen von den Pfarreien Kirchberg,Wartberg, Pettenbach, Ried, Sippachzell, Neuhofen a. d. Krems,Kematen a. d. Krems und Pfarrkirchen, am Montag in der Kreuz-woche die Messererzunft von Steinbach, am Mittwoch dieser Wochedie Pfarrgemeinde Waldneukirchen, am Tage Johannes des Täu-fers die Pfarreien Ternberg und Aschach an der Steyr, am MariaHeimsuchungstage die Pfarrei Sierning und jedes zweite Jahr dieRosenkranzerzbruderschaft der Dominikaner in Steyr, am Maria-

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