stunde der hl. Maria gewidmet sei, und betete zu Hause den Rosen-kranz. Als Dank für diese Verehrung fand er beim Fertigmähen derWiese am folgenden Montag ein Goldstück als Gabe der hl. Maria.Seit dieser Zeit sollen die Wallfahrten nach Adlwang an den 3 Sams-tagen nach Michaeli sich eingebürgert haben und diese 3 Samstagegoldene Samstage benannt worden sein. Nach einer zweiten Fas-sung ließ einer von 2 Knechten die Feldarbeit stehen, als ein Prie-ster einen Versehgang machte, um diesen begleiten zu können. Erfand dafür nach seiner Rückkunft ein Geldstück auf dem Felde.Dieser Fund hätte den unmittelbaren Anstoß zu Wallfahrten an den3 goldenen Samstagen nach Adlwang, Dörnbach und anderen Gna-denorten gegeben. Diese vorgenannte Legende mit den drei Mähernkommt ohne Bezug auf einen bestimmten Ort bereits in MatthäusBrandl ,, Marianische Gold- Gruben oder kurzer Bericht... vondenen sogen. drey guldenen Sambstägen", Augsburg 1731, vor, wieP. Gregor Maria Zinkl in seiner Arbeit ,, Die goldenen Samstage"( veröffentlicht in der„, Theologisch- Praktischen Quartalschrift",Linz 1910, S. 754 ff.) angibt.
Unsere zeitliche Einreihung der vorstehenden Legenden ist alsein Versuch zu werten. Zweifellos fällt die Entstehung dieser Legen-den, vielleicht mit Ausnahme von der der 3 goldenen Samstage, inden Zeitraum von 1620 bis 1679, das ist die Zeit, in der in Adlwangdie Gegenreformation einzusetzen begann und mit ihr das auf-gefundene steinerne Gnadenstandbild zu einem wallfahrtskräftigenKultzentrum für die zwischen dem Krems- und dem Steyrflusse wohn-hafte Bevölkerung ausgebildet wurde. Wir können diese Zeitspanneauch im Hinblick auf die vorausgegangene Spätgotik als die erstebedeutendere Periode der Wallfahrt nach Adlwang bezeichnen,wenn auch die in diesem Zeitraume dahin unternommenen Kirch-fahrten fast durchaus Nahwallfahrten waren und sohin Adlwang alsWallfahrtsort damals nur eine lokale Bedeutung zugekommen ist.Halten wir fest, daß als Ausgangspunkt der Legendendichtungendie um 1620 erfolgte Auffindung des steinernen Vesperbildes zugelten hat und daß der daselbst vorhandene verchristlichte Quellen-kult die Ursache abgab, nun auch in eine legendäre Verbindung mitdem Vesperbilde zu treten, wozu ferner noch die in der Nähe vonAdlwang gelegenen Heilquellen von Bad Hall, die damals allerdingsnur als ,, Kropfwasser" von der bäuerlichen Bevölkerung Verwen-dung fanden 18), in die Legendenbildung einbezogen wurden. Sostehen denn die Adlwanger Legenden, ob sie nun Zutaten zur Ur-sprungslegende des Gnadenbildes sind oder als selbständige er-scheinen, zu einander in einem inneren Zusammenhang, der in einemlokal gefärbten Marienkulte gipfelt. Dieser Kult empfing seine wall-fahrtsbildende Kraft hauptsächlich durch die Legenden, deren Er-zählung beim Volke den Ruf von der Mirakulosität dieses Marien-
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