ten hl. Quelle viele Klafter tief unter dem Hochaltar der Kircheliege. Ist auch die Zeit, in der diese Aussage gemacht wurde, nichtangegeben, so ist doch die Möglichkeit nicht von der Hand zuweisen, daß hier ein bestehender Quellenkult in christlicher Formdie Ursache des Kirchenbaues gewesen sein kann. Dagegen hatHoppes Mutmaßung, daß Adlwang um 1330 ein beliebter Wallfahrts-ort gewesen sein soll, etwas für sich und könnte mit der in DehiosHandbuch gemachten Angabe über das damalige Vorhandenseineiner Kirche daselbst in Einklang gebracht werden. In dem hand-schriftlich überlieferten Adlwanger Mirakelbuche von 1746, dasgleichfalls von uns im Kapitel II, Abschnitt 1, ausführlich gewürdigtwird, wird behauptet, daß ,, einige hundert Jahre" vor der Abfassungdieses Mirakelbuches Ungarn hierher gewallfahrtet wären, daß dasAlter der Gnadenkirche unbekannt und dieses Gotteshaus zweimalabgebrochen und wieder erbaut worden wäre, bis es nach Über-handnehmen der lutherischen Lehre durch deren Anhänger ver-wüstet worden sei. Jedenfalls ist ein zeitlich weites Zurückliegender oberwähnten Verehrung der hl. Quelle, die unweit unterhalb derheutigen Wallfahrtskirche in Form eines Brunnens zutage tritt,anzunehmen.
Guppenberger erwähnt, daß das Umsichgreifen des Protestan-tismus in der Bevölkerung der Adlwanger Gegend den Wallfahrtendahin großen Abbruch getan hat, fügt aber hinzu, daß der heiligeBrunnen trotzdem in den Jahren 1569, 1571, 1572 und 1573 aus-gebessert wurde, und meint, daß diese Ausbesserungsarbeiten des-halb vorgenommen worden seien, weil vermutlich die Protestantenden Brunnen beschädigt hatten. Diese Vermutung würde aberimmerhin das Vorhandensein einer wenn auch geringen Zahlhiesiger Katholiken sowie auch von Wallfahrern voraussetzen. Eswäre doch immerhin denkbar, daß diesen hl. Brunnen nicht evan-gelisch gesinnte Eiferer absichtlich beschädigt haben, sondern daßlediglich aus praktischen Gründen zur Wasserversorgung dernächstliegenden Häuser auf die Instandhaltung des Brunnens ge-sehen worden ist. Für diese Erwägung spricht nämlich einefreilich viel später, wahrscheinlich zwischen 1670 und 1682 zudatierende, wenn auch ohne Zeitangabe versehene Stelle im ge-druckten Mirakelbuche von 1683, wonach nämlich beim hl. Brunnenein derartiges Gedränge unter den Wallfahrern herrschte, daß dieumliegenden Bewohner kein Wasser für ihren täglichen Gebrauchzur Verfügung hatten. Nach Guppenbergers Ausführungen befandsich noch im Jahre 1590 in Adlwang ein katholischer Priester, derMesse las. Guppenberger spricht sogar von einem Pfarrer. Unsscheinen diese Angaben einer Nachprüfung bedürftig. Frey d teiltin dem über Gottesdienst und Prozessionen in Adlwang handelndemKapitel, allerdings mit Außerachtlassung einer näheren Zeitangabe.
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