sie ja. Weiter läßt sich jetzt nichts mehr tun, denn meine Macht ist zuEnde, und sie sind frei."
Bruder Liederlich kam mit dem Mädchen glücklich nach Hause.Da er in der Fremde brav geworden war, nahm ihn sein Vater mitFreuden auf. Bruder Liederlich, der jetzt gar kein liederlicher Brudermehr war, sondern ein fleißiger, rechtschaffener Mann wurde, nahmdas Mädchen, welches ihm so treu zur Seite stand, zur Frau und lebtmit ihr glücklich und zufrieden.
7. Die verwunschene Braut
Ein König hatte einen einzigen Sohn. Der ging einst zur Winter-zeit in den Garten und schnitt sich eine Rute aus einem Strauch.Als er mit seinem Messer die Ästchen von der Rute entfernte, schnitter sich in den Finger, und das Blut tropfte in den Schnee. Da kamgerade der König herbei.
,, Sieh, Vater," sprach der Prinz ,,, wie schön mein rotes Blutleuchtet im frischgefallenen weißen Schnee! Wenn ich einmal hei-raten soll, so muß meine Braut so weiß sein wie Schnee und so rotwie Blut."
,,," sagte der König ,,, da müßtest du gar weit reisen und in ferneLänder, um eine solche Braut zu finden."
Als der Prinz um einige Jahre älter geworden war, da machte ersich wirklich auf die Reise, um eine Braut zu suchen, so weiß wieSchnee und so rot wie Blut.
Ein volles Jahr reiste er schon. Da kam er eines Tages in einegroße Stadt. Als er durch die Gassen ritt, erblickte er plößlich einMädchen in einem Fenster, das war so schön, wie er noch keines ge=sehen hatte. In einem Gesichte, so weiß wie Schnee, blühten zweiWangen, so rot wie Blut.
Er verneigte sich tief vor ihr und fragte sie, ob er einige Worte mitihr sprechen könnte.
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