einen herzhaften Schluck. Ein Fäßchen auszutrinken fiel ihm aber garnicht ein. Er rief das alte Mütterlein wieder herbei.
,, Liebes Mütterlein," rief er ,,, komm und hilf mir!"
,, Was wünschest du von mir, mein Kind?" fragte die Alte, als sieerschienen war.
,, Ach," antwortete Hänschen, der König will, daß ich über Nachtden Wein, der in diesen Fässern ist, austrinken soll, und wenn siemorgen früh nicht leer sind, soll ich mein Leben lassen."
,, Für den Wein habe ich gute Verwendung," sagte das Mütterlein.Es tippte mit seinem Stäbchen an die Fässer, da begannen sie aus-zufließen, und der Wein rann in einem Bächlein zur Tür hinausbergauf, talab, wie es eben kam.
,, Wenn es dir einmal schlecht ergehen sollte," sprach das Mütterleinbeim Abschiede, so denke an mich." Dann verschwand es.
Als der König kam; fand er alle Fässer leer. Auch nicht ein Tropfenfloß heraus. Da führte er Hänschen zur Prinzessin.
„ Ich sehe jetzt," sprach der König ,,, daß du mehr verstehst als Pur-zelbäume zu schlagen, ja, ich bekenne sogar, daß du mehr kannst alsich. Du wirst deshalb das Land auch besser zu regieren vermögen alsich. Ich übergebe dir hiermit den Thron und meine Tochter zur Frau.Du kannst von jekt an König sein."
Hänschen regierte glücklich und weise, und wenn er wirklich einmalin Not war, so rief er nur das alte Mütterchen herbei. Das verkehrteihm alles Ungemach in Glück und Wonne.
2. Zur unglücklichen Stunde
Es war einmal ein armer Müllerbursche, der diente bei einemreichen Müllermeister. Die Tochter des Müllers war dem bravenBurschen gut und hätte ihn auch gerne zum Manne genommen, dochdavon wollte ihr Vater nichts wissen, weil der Bursche arm war.Um ihn los zu werden, gab ihm der Müllermeister hundert Gulden
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