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Was mir der alte Mann erzählte : Märchen aus d. Burgenland
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,, Störst du meinen Schlaf schon wieder?" polterte der Alte.

,, Ich habe wieder geträumt und muß dir auch dies anvertrauen.Mir träumte, einem König wurde vor zwanzig Jahren ein Töchter-lein gestohlen, als es drei Jahre alt war."

,, Das bist du, mein Täubchen. Damals hatte ich noch Macht auchjenseits des Meeres und habe dich mir geholt."

Nach einer weiteren Stunde weckte ihn das Mädchen zum letzten-mal.

,, Sei mir nicht böse, daß ich dich noch einmal wecke," sprach sie.,, Ich hatte noch einen Traum, der ist so merkwürdig, daß ich ihn dirauch erzählen muß. Mir träumte, jenseits des Meeres stehe ein Postenauf Wache schon hundert Jahre, ohne daß er zu essen oder зи trinkenbekäme, und es löst ihn niemand ab."

,, Wenn der jemanden sieht," antwortete der Riese, so braucht ernur zu sagen: Holla, abgelöst! Dann kann er gehen, wohin er will.Und siehst du, mein Kind," murmelte der Riese schon halb im Schlafeweiter ,,, wenn du die Macht dazu hättest, könntest du dies jedem derKönige und auch dem armen Soldaten erklären. Du könntest dichauch auf meinen Rappen sehen, der geht über das Meer so schnellwie auf dem trockenen Lande. Und wenn ich dich verfolgen wollte,so müßtest du nur den Pferdekamm fallen lassen. Ich müßte ihnmir vom Meeresgrunde holen. Während dieser Zeit kämst du schonein gutes Stück weiter. Wenn du dann den Striegel fallen ließest,müßte ich ihn auch suchen. Und wenn du den Puzlappen in einenStein wickeln würdest und ihn auch fallen ließest, so müßte ich auchden mir holen. Bis ich ihn gefunden hätte, wärest du schon jenseitsdes Meeres und meiner Macht entronnen."

Frühmorgens, als der Tag kaum graute, verließ der Riese seinHaus. Der Müllerbursche hatte aber unter dem Bette alles so gutgehört wie das Mädchen, welches nun wußte, daß es eine Königs-tochter sei. Sie holten rasch den Rappen des Riesen aus dem Stalle,nahmen das Puzzeug zu sich und setzten sich beide auf das Pferd.

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