,, Für einen Hasen ist dies doch zuviel verlangt," sprach die Prin-zessin erbost, und sie dachte im stillen bei sich, was wohl die Leutedazu sagen würden, wenn sie hörten, daß die stolze Königstochtereines Hasen wegen den Esel geküßt habe. Sie setzte sich zornig aufden Esel und eilte fort. Der Gedanke aber, daß sie die Frau dieseseinfältigen Hasen- Hänschens werden sollte, ließ ihr keine Ruhe. Eherwollte sie doch dem Esel die drei Küsse geben. Sie wendete um undritt zu Hänschen zurück.
,, Ich will tun," sprach sie zu ihm ,,, was du verlangt hast."
Die Prinzessin stieg ab, kniete sich vor dem Esel in das Gras, spitteihr Mündchen und gab dem Esel drei Küsse auf sein großes Maul.Der Esel schüttelte sein graues Haupt. Das war ihm auch noch nichtwiderfahren, daß ihn jemand und jetzt gar eine Königstochter gefüßthätte.
Hänschen aber steckte der Prinzessin einen Hasen in einen Sad.Sie band ihn sorgsam zu, legte ihn dann vor sich auf den Esel undritt heim. Sie war aber noch nicht weit gekommen, da tat Hänschenmit seiner Pfeife einen Pfiff. Da verschwand der Hase aus dem Sack,ohne daß die Prinzessin es merkte, und war wieder bei Hänschen aufder Weide.
Zu Hause angekommen, eilte die Prinzessin freudig zu ihrem Vater,dem Könige.
,, Nach vielen Bitten", sprach sie ,,, hat er mir doch einen Hasengegeben, und ich muß nun den einfältigen Hasenhüter doch nicht zumManne nehmen."
Die Prinzessin schämte sich, es zu sagen, daß sie für den Hasenden Esel küssen mußte. Sie band eilig den Sack auf, doch wie er-staunte sie, als sie ihn leer fand und der Hase daraus verschwunden
war.
,, Bater," sprach sie erbleichend ,,, dieses Hasen- Hänschen werde ichdoch zum Manne nehmen müssen, denn es versteht mehr von derschwarzen Kunst als wir."
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