Brauch und neue Medien
Unterschied zu manchem Subjekt, das hinter seiner Sammlung ver-schwindet, oder sich hinter ihr zu verstecken sucht ich die Meinung
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vertrete, dass nicht der Besitz, sondern der Gebrauch einer Sammlung dasVerhältnis zum Material bestimmen sollte.
Abgefragt haben wir das Vereinswesen und damit zusammenhängendJahresfeste, Bräuche, bloß vom Selbstverständnis der Handelnden aus.Ausgangspunkt für unsere Erhebungen waren spürbare Defizite bei derÖffentlichkeitsarbeit. Das Bildungswerk ist eine Anlaufstelle für allerleiFragen seitens der Medien, ob das jetzt Rundfunk, Fernsehen, die öster-reichische Presse oder die drei maßgeblichen Kärntner Printmedien³ sind.Für die hauseigene Zeitschrift fehlte es ebenso an aktuellem, rezentemÜberblicksmaterial. Und auch Kulturgruppen oder interessierte Einzel-personen stellen gerne Fragen:„ Wie viele Erntedankfeste werdenveranstaltet?", oder:„, Was ist denn jetzt der Unterschied zwischen einerKrampus- und einer Perchtengruppe?", oder- konkreter:„, Wie soll ichein Maibaumfest durchführen, und ist das ein sozialistisches Fest?"
Da konnten wir freilich helfen, allgemein und sehr punktuell. Was abergefehlt hat, war eine Gesamtschau, ein landesweiter Überblick. Es warschon unerträglich, immer beim hochverdienten, aber überholten GeorgGraber nachschauen zu müssen. Nach 1945 erschienene Brauchbüchersind nicht hilfreich, im übrigen haben die meisten Autoren ohnehin beiGraber abgeschrieben.³
5 ,, Maßgeblich" was die Reichweite betrifft sind:„ Kleine Zeitung"- mit den meisten Lesernund umfangreichen Regionalbeilagen,„ Neue Kärntner Krone"- mit wenig Regionalbezugund die„, Neue Kärntner Tageszeitung" ehemals sozialdemokratisches Organ, mittlerweilestark geschrumpft und Teil des Media- print- Konzerns.
6 Kärntner KulturKontakte- erscheint fünfmal jährlich, derzeit im 23. Jg.
7 Graber, Georg: Volksleben in Kärnten. Graz 1941( 2.).
* Als Beispiel seien genannt: Maierbrugger, Matthias: Lebendiges Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum in Kärnten.Klagenfurt 1975 und: Koschier, Franz: Kärntner Brauch im Jahreslauf. Ein Leitfaden.Klagenfurt 1984 sowie jüngst: Grafschafter, Kurt: So ist's Brauch in Kärnten. Klagenfurt1999. Die Arbeiten von: Zablatnik, Pavle: Volksbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Volksbrauchtum der Kärntner Slowenen.Klagenfurt 1992; Moro, Oswin: Volkskundliches aus dem Kärntner Nockgebiet(= Archivfür vaterländische Geschichte und Topographie 72). Klagenfurt 1992( 2.) und Prasch,Helmut: Um die Möll. Volkskunde eines Kärntner Tales. Spittal/ Drau( 1968) sind solesenswert wie eigenständig, jedoch räumlich begrenzt. Auf die vielen monografischen undlokal bezogenen Arbeiten zur Kärntner Brauchkultur, die im wesentlichen in der„, Carinthia"und der ,, Kärntner Landsmannschaft" erschienen sind, kann hier nicht eingegangen werden.
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