Siegfried Kogler, Villach
Brauch und neue MedienEin Kärntner Projekt
Dieses Projekt wurde vor über drei Jahren auf meine Initiative hin gestar-tet.' Personen und Politik haben sich seither grundlegend geändert, und-auch unabhängig davon haben die Perspektiven und die Aufgaben des
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Projektes sich wesentlich verändert. Der Projekttitel hingegen lautet nachwie vor: ,, Archiv der Kärntner Volkskultur- Kärntner Kulturatlas". Hierdrückt sich ein großer, ein umfassender Anspruch aus. Wenn ich mir diezugrundeliegende Projektbeschreibung heute anschaue, kann ich meinanfängliches Gefühl, auf einem klodeckelgroßen Brett sitzend gegen dieWellen eines Meeres von Anforderungen und Wünschen anzurudern,ohne weiters nachvollziehen:
,, Das Unternehmen, Kärntner Kulturatlas' versteht sich als Schnittstelle zwi-schen wissenschaftlicher Spezialisierung und, volksbildnerischer Breiten-wirkung und Popularisierung.[...] Die Kartenblätter sind für den kulturellenAustausch und die Selbstdarstellung im Alpen- Adria- Raum bestens geeignet.[...] Die bildungsbezogene Bedeutung des Vorhabens steht im Mittelpunkt,Aktivierung des Vereins- und Dorflebens ist über die Erhebungsvorgänge zuleisten.[...] Es geht um die Institutionalisierung des schwierigen Diskursesum regionale und lokale Identität, um die aktive Auseinandersetzung mit dereigenen Um- und Lebenswelt." 2
Der institutionelle Projektträger war das Kärntner Bildungswerk, ein selbständiger, wennauch subventionsabhängiger Verein der Erwachsenenbildung, der als Dachverband für über600 Kulturvereine im Land fungiert, das sind vorwiegend Singgruppen, Chöre, Dorfgemein-schaften und Trachtengruppen, und wo ich als Bildungsreferent für Volkskultur tätig war.Heute ist das sogenannte Brauchtumsreferat Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumsreferat, eine Unterabteilung des Kulturamtes der Kärnt-ner Landesregierung der Träger.
Das Projekt war von Anfang an finanziell unabhängig, und zwar durch die Unterstützung desKulturamtes der Kärntner Landesregierung, im Jahr 1998 wesentlich gefördert durch Landes-hauptmannstellvertreter Michael Ausserwinkler als Kulturlandesrat sowie durch den Leiterdes Kulturamtes Gerhard Baumann.
² Das eklektische Vorgehen führt von ernsthaften Ansätzen, etwa: Bockhorn, Olaf: Identitäts-Verluste. Von der Prostitution der Volkskultur zur modernen Kolonisation der Alpentäler. In: