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Erlebniswelt Volkskultur : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 2001 in Spittal/Drau
Entstehung
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Peter Meurkens, Nijmegen/ Eindhoven

Die Möglichkeiten der Volkskunde amgesellschaftlichen Diskurs teilzuhaben

Beispiele aus den Niederlanden

I

Gleich zu Beginn möchte ich einem Missverständnis vorbeugen: DieFrage, die hier behandelt wird, ist nicht jene nach der political correct-ness diverser Studien zur Volkskunde oder Ethnologie. Mein Beitrag zudieser Tagung des Österreichischen Fachverbands für Volkskunde han-delt vielmehr davon, wie die Volkskunde Teil der öffentlichen gesell-schaftlichen Debatte ist oder sein kann. Es geht also nicht darum, inwie-fern diese Disziplin die Verpflichtung oder die Intention hat, bestimmtegesellschaftliche Machtstrukturen oder politische Bewegungen zu legiti-mieren oder zu attackieren; aber es geht sehr wohl um die Art und Weise,wie die Ethnologie das gesellschaftliche Geschehen und das Denken vonMenschen beeinflusst, indem sie ihnen Vorstellungen über ihre Gesell-schaft vermittelt und dadurch zu einem spezifischen Selbstverständnisführt. Ich möchte vorerst keine allgemeine Stellungnahme dazu abgeben,sondern zunächst versuchen, zu rekonstruieren, wie sich dieser Prozesskonkret in jener Gesellschaft vollzieht, in der ich lebe, nämlich denNiederlanden. Am Ende meiner Darlegungen wird der Einfluss derEthnologie auf gesellschaftliche Diskurse und Praxen vielleicht von selbstdeutlich werden.

II

Im Vorjahr( 2000) wurde die Publikation Volkscultuur. Een inleiding inde Nederlandse etnologie( Volkskultur. Eine Einführung in die Nieder-ländische Ethnologie) unter der Leitung von Ton Dekker, HermanRoodenburg und Gerard Rooijakkers herausgegeben. Diese Arbeit ,, sollnicht weniger ein Nachschlagewerk sein, als vielmehr ein Leitfaden füralle, die sich in die vielfältigen Weisen, wie über Kultur und Alltagsleben