Vorwort
Die in dreijährigem Rhythmus vom Österreichischen Fachverband fürVolkskunde gemeinsam mit dem Verein für Volkskunde veranstalteteÖsterreichische Volkskundetagung fand diesmal vom 12.- 15. Juni 2001in Spittal/ Drau statt, womit der erstmals 1995 ausgesprochenen Ein-ladung des diesen Band mitherausgebenden Direktors des dortigen Mu-seums für Volkskultur Folge geleistet wurde. Nachdem das ursprünglichvorgesehene Tagungsthema„ Volkskultur ohne Grenzen" dadurch an re-gionaler Aktualität verloren hatte, dass die unter der Bezeichnung„, senzaconfini" für 2006 im Dreiländereck Friaul, Kärnten und Sloweniengeplanten Olympischen Winterspiele nicht den Zuschlag erhielten, wur-de, angeregt durch die anhaltende wissenschaftliche Auseinandersetzungmit der„ Erlebnisgesellschaft“ und angesichts der allseits boomendenEventkultur,„ Erlebniswelt Volkskultur“ vorgeschlagen und gewählt.Eine rege aktive Teilnahme war allein schon wegen der vielfältigenfachlichen Anknüpfungspunkte zu erwarten, die im call for papers( vonNikola Langreiter und Christian Stadelmann konzipiert und leicht modifi-ziert in den Nachrichtenblättern des Vereins für Volkskunde sowie derDeutschen Gesellschaft für Volkskunde veröffentlicht) angesprochenwurden.
Die Diskussion um( moderne) westliche Erlebnisgesellschaften und ihreImplikationen währt seit mehreren Jahren. Der Boom der Eventkultur istein Indikator dafür, dass das Thema nicht erschöpft ist. Vom Schaube-trieb in der alten Kornmühle mit edukativem Anspruch über Einkaufs-zentren, deren Angebote weit über simples Shopping hinausgehen, bis zuFreizeitparks mit gigantischen Dimensionen, die längst nicht mehrMonopol des Disney- Konzerns sind: es geht um Genuss, um das schöneleichte Leben.
Vor dem Hintergrund der Branche Volkskunde( unter welcher Bezeich-nung sie auch laufen mag) ist das Bewusstsein um die eigene Invol-viertheit in den Gestaltungsprozess solcher Erlebniswelten sicher aus-geprägt. Wir liefern Erklärungen zu den Dingen des Alltags und Phäno-menen der Popularkultur, leisten fachlichen Beistand, geben Anleitungenfür die Pflege der Volkskultur und sorgen für den kulturellen touch in