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Forschungsfeld Familienfotografie : Beiträge der Volkskunde / Europäischen Ethnologie zu einem populären Bildmedium ; Referate der 2. Kittseer Herbstgespräche am 20. und 21. Oktober 2000 anlässlich der Jahresausstellung "familienFOTOfamilie" von 16. April bis 5. November 2000
Entstehung
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Karol Plickaum eine weitere für die ethnographische Fotografie inder Slowakei wichtige Erscheinung zu nennen war einige Jahrejünger als Socháň, von dem er sich in Stil und Betrachtungsweise wieauch in seinem Lebensweg stark unterschieden hat. Eine Reihebedeutender Persönlichkeiten aus den Kulturwissenschaften, denGeisteswissenschaften und der Politik haben ihre große Wertschät-zung für Plickas schöpferisches Werk zum Ausdruck gebracht. Undtatsächlich zeigt Plicka in seinen Fotografien das anschauliche Bildeiner Slowakei, wie man sie vordem kaum gekannt hat. Zudem warer in vielen Bereichen ein Pionier: Ihm verdanken wir beispielsweiseden ersten slowakischen Dokumentarfilm ebenso wie erste Aufnah-me von Volksliedern und anderen musikalischen Darbietungen.Plicka war eine vielschichtige Persönlichkeit und ein begabter Künst-ler, der stets auf der Suche nach Schönheit gewesen ist- in derÜberzeugung, dass( wie Anatol France sagt) ,, Schönheit eine höhereund tiefere Wahrheit enthält als die Wahrheit selbst". In diesem Sinnehat er in der Zwischenkriegszeit mit Aufnahmen von Land und Leutenin der Slowakei begonnen und sich bis ins hohe Alter von derSchönheit der slowakischen Landschaft und ihrer Bevölkerung be-zaubern lassen. Für Plicka sind Natur und Mensch eine organischeEinheit, er betont die Harmonie zwischen beiden.

Im übrigen sind Plickas Fotografien in erster Linie im Zusammenhangmit festlichen Anlässen entstanden- nicht nur wegen der Schönheitder Volkstrachten und ihres überwältigenden Eindrucks, der sichbesonders an Festtagen offenbart, sondern auch, um die geistigenWerte und das kulturelle Erbe, die bei solchen Anlässen zum Aus-druck kommen, zu dokumentieren. Ebenso spielt die Abbildungfröhlicher Kindheit, erfüllter Elternschaft und zufriedenen Alters einegroße Rolle in seinem Werk. Dennoch: Bilder von der Familie alssolche hat er nie gemacht. Statt dessen fotografiert er eine Mutter mitihrem Kind, eine Großmutter mit ihrer Enkelin oder eine junge Frau,die auf ihrer in den Haushalt des Gatten mitgebrachten Brauttruhesitzt. So vermittelt Plicka mit seinen Bildern mehr die arrangiertenSymbole der Realität als die Realität selbst: Sorgfältig bereitete erdie Situationen vor und konzentrierte sich auf die Details einesGesichtes oder einer Tracht. Sein fotografisches Werk ist so zualler-erst künstlerischer Ausdruck und nur in zweiter Linie als Dokumen-tation zu werten.

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