ten zu besichtigen. In den Eingangsbüchern werden neben Arbeitender bereits genannten Klvaňa, Šima und Koula auch Fotografien vonEduard Domluvil, Frantižek Pospíšil und Antonin Václavík angeführt.In den folgenden Jahren bereicherten Bilder von K.O. Hrubý, ČenekChládek und Karel Langer das Archiv.
In jüngster Zeit- nunmehr erfolgt eine wissenschaftlich- fachgerechteAufarbeitung des Archivs gilt die Aufmerksamkeit vor allem derErgänzung der Entwicklungsreihen sowie der Dokumentation bisherfehlender Genres wie beispielsweise Atelier- Fotos oder der Doku-mentation von Folklorismus. Weiters werden Fotografien gesammelt,in denen sich das Leben einer Dorfgemeinschaft über eine langeZeitspanne hinweg nachvollziehen läßt. Die Sammlung umfasst heu-te mehr als 20.000 Stück. Nicht alle sind mit einem Passepartoutversehen, vor allem aber fehlen Angaben über den Autor, die Entste-hungszeit und die Provenienz. All dies gilt es künftig zu klären undzu erforschen.
Die Sammlung Josef Braun
Ein Beispiel für die Fachbearbeitung und Auswertung einzelner Teiledes Brünner Fotoarchivs stellt die Kollektion Josef Braun dar, die vonder Kuratorin Helena Beránková bearbeitet worden ist. Die Samm-lung besteht aus 64 Glasnegativen vom Beginn des 20. Jahrhun-derts, die die Alltagskultur der nächsten Umgebung von UherskéHradište zeigen- einer Region, die jahrzehntelang gewissermaßender Schaukasten der mährischen Volkskultur gewesen ist. Auf denHüllen der Bilder ist als Autor„ Dr. Josef Braun" aus Ostroh genannt.Dessen Vater Salomon stammte aus Uhersky Ostroh, einer Klein-stadt in Südostmähren, wo eine recht große jüdische Gemeindelebte. Salomon Braun betrieb Kantinen für die beim Bau der„, Kaiser-Ferdinand- Nordbahn" Wien- Krakau beschäftigten Arbeiter. Von demErlös kaufte er eine Bierbrauerei in Jarošov, einer kleinen Gemeindebei Uherské Hradište. Mit seiner Frau Josefina hatte er acht Kinder,Josef war der zweitgeborene Sohn.
Josef Braun wurde am 25. Juli 1855 geboren, besuchte das deutscheGymnasium in Uherské Hradište und in Mödling bei Wien. Gemein-sam mit seinen Brüdern war er Mitbesitzer der väterlichen Brauerei,die nach Umbau und Modernisierung so qualitätsvolles Bier erzeugte,dass es selbst an den Wiener Kaiserhof geliefert wurde. Josef Braunwar( mit seinem Bruder) Erfinder und Inhaber mehrerer Brauereipa-tente, und sein Interesse an technischen Erfindungen und Neuigkei-ten ging über das Brauereigewerbe weit hinaus: So besaß er zuBeginn des Jahrhunderts eines der ersten Automobile und eine
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