Zusammenhang an die Bemerkung Auguste Rodins, der währendseines Besuches von Südmähren im Jahre 1902 die Region vonPodluži als Mährisches Hellas bezeichnet hat.)
In der zweiten Hälfte der 1880er Jahre haben sich um die Geschichteder Fotografie im Dienste der Volkskunde vor allem drei Trachtenfor-scher verdient gemacht: Josef Šima, Jan Koula und Josef Klvaňa.Und so wurden auch bereits in der ersten Nummer der ethnographi-schen Fachzeitschrift„ Český Lid"( 1892) Fotos von Šima, die 1887in der Mittelslowakei entstanden waren, anstatt der zeichnerischenDokumentation von Trachten veröffentlicht. Im weiteren gewann dieFotografie als ein bewusst aufgenommener Beleg der„ Realität“durch die Tatsache an Bedeutung, dass auch und vor allem Ethno-graphen selbst als Fotografen aktiv waren.
Die Entwicklung auf dem fotografischen Sektor in Tschechien ent-sprach( wie auch im volkskundlichen Bereich) der Situation in denNachbarländern, besonders in Österreich und Deutschland. Dabeiwar Wien vom Gesichtspunkt der musealen Bestandsbildung aus fürBrünn von größerer Bedeutung als Prag, strömten- und dies nochvor der„ Tschechisch- Slawischen Ethnographischen Ausstellung"( 1895) Ethnographica aus ganz Mähren in das Zentrum der Mon-archie. Und hier war es auch Michael Haberlandt, der Sammler undGründer des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien, der1894 damit begann, ein ethnographisches Fotoarchiv anzulegen. Inseinem grundlegenden programmatischen Vortrag ,, Photographie imDienste der Volkskunde", den er 1896 im Wiener Kamera- Klub derAmateur- Photographen hielt, zählte Haberlandt jene thematischenBereiche auf, denen sich die Fotografen bei der Dokumentation derVolkskultur widmen sollten. In seiner Klassifizierung ging er dabei vonder Anthropologie aus: An erster Stelle standen Aufnahmen anthro-pologischer Typen, von Volksarchitektur, Trachten, Kultgegenstän-den, Volksspielen, Theater, Umzügen und schließlich die Dokumen-tation von landwirtschafter Arbeit. Der Vortrag erschien in der Zeit-schrift für Österreichische Volkskunde( II, 1896, S. 183–186), dieauch das damalige Franzensmuseum in Brünn bezog. Darüber hin-aus stand Haberlandt dank der damaligen mitteleuropäischen Zu-sammenarbeit an der Wiege des„ Photographischen Museums imDienste der sächsischen Volkskunde", dessen Aktivitäten von derBrünner Museumsgesellschaft ebenfalls reflektiert wurden.
Im Jahre 1903 stellte das„, Photographische Museum der mährischenVolkskunde" eine selbständige Abteilung im Rahmen der ethnogra-phischen Sammlungen des Franzensmuseums dar. In seiner dama-ligen Dauerausstellung wurden als Begleitmaterial neben Trachten-Figurinen auch Fotografien ihrer Trägerinnen und Träger gezeigt.Darüber hinaus waren in drei Alben weitere 88 Farbfotos von Trach-
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