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Bulgarisch-österreichisches Kolloquium Europäische Ethnologie an der Wende : Perspektiven - Aufgaben - Kooperationen ; Referate der 1. Kittseer Herbstgespräche vom 10. bis 12. Oktober 1999 ; anläßlich der Jahresausstellung "Zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren - Historische Kalenderbräuche aus Bulgarien" vom 20. Juni bis 1. November 1999 in Schloß Kittsee
Entstehung
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Volkskunde zum einen, als Perspektive im Rahmen einer aktuellen-in mancherlei Hinsicht jedoch erst zu etablierenden- EuropäischenEthnologie zum anderen.5

II. ,, Entdeckungen" und, Wiederentdeckungen": einegemeinsame Wissenschaftsgeschichte

Der 1829 in Pest in wohlhabendem jüdischen Elternhaus geboreneund 1904 in Wien verstorbene Ethnograph und Geograph FelixPhilipp Kanitz gilt als genauer Beschreiber und zeichnerischer Do-kumentarist von Serbien und Bulgarien. An der Kasseler Kunstaka-demie ausgebildet, war er bekannter Illustrator verschiedenerdeutschsprachiger Zeitungen, wandte sich aber ab 1858 der Berei-sung und Erforschung Südosteuropas zu, wobei sein 1868 veröffent-lichtes Buch über Serbien" 7 wie auch die folgenden Bände zuBulgarien durch eine besondere Ortskenntnis und eine geschulteBeobachtungsgabe bestachen. Darüber hinaus erfreute sich der zumChristentum konvertierte Kanitz in Österreich- etwa als Autor in der,, Oesterreichischen Revue"- eines großen Interesses bei einer ge-bildeten Leserschaft. Besonders hervorzuheben ist jedoch sein viel-fältiges Wirken in der 1870 gegründeten Anthropologischen Gesell-schaft in Wien", wo er als Museal- Custos und Rechnungsführer"fungierte und in diesem Rahmen als Referent zur, Ethnographie deralten und gegenwärtigen Bulgaren" in Erscheinung trat. Über dieseThematik hatte Kanitz bereits 1871 im ersten und 1872 im zweiten

gie( Sozial- und Kulturwissenschaftliche Studientexte 2). Innsbruck 1999, S. 103-138; vgl. als weitere in Deutsch verfasste Darstellung: Hristo Vakarelski: Diebulgarische Ethnographie nach 1918. In: Südost- Forschungen 5, 1940, S. 769-812.Dieser Aufsatz ist allerdings selbst Teil einer nicht unproblematischen, weil zeitge-schichtlich der bulgarischen Annäherung an das nationalsozialistische Deutschlandgeprägten Wissenschaftsbeziehung.

4 Reinhard Johler: Das Ethnische als Forschungskonzept. Die österreichische Volks-kunde im europäischen Vergleich. In: Klaus Beitl, Olaf Bockhorn( Hg.) SIEF 1994.Plenarvorträge. Wien 1995(= Veröffentlichungen des Instituts für Volkskunde derUniversität Wien 16/ II). Wien 1995, S. 69-101.

5 So waren gerade für die bulgarische Volkskunde ausländische Gelehrte ausgespro-chen wichtig: Vor der Befreiung arbeiteten auf dem Gebiete der bulgarischenFolkloristik auch einige Ausländer und stärkten so die Bestrebungen der bulgari-schen Schriftsteller zur Erweckung des Nationalbewußtseins."( Christo Vakarelski:Bulgarische Volkskunde. Berlin 1969, S. 6)

6 Vgl. zu Kanitz biographisch: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950,3. Bd., Graz- Köln 1965, S. 215 f; The Universal Jewish Encyclopedia in ten Volu-mes, Vol. 6, New York 1948, S. 305.

7 Felix Philipp Kanitz: Reise in Süd- Serbien und Nord Bulgarien ausgeführt im Jahre1864. Wien 1868; ders.: Serbien. Historisch- Ethnographische Reisestudien aus denJahren 1859-1868. Leipzig 1869.

8 F[ elix Philipp] Kanitz: Die herrschende Kaste der Türkei auf unseren ethnographi-

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