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Judastraditionen
Entstehung
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7. Die Verbindung mit anderen negativen Figuren, wie anderen großenSündern aus Bibel und Geschichte und vor allem dem Teufel und

8. dazu als umgekehrte Reflexion die Gegenstellung zu großen Positiv-figuren wie etwa den anderen Aposteln.

Was die zeitliche Verteilung der Anwendung dieser Mittel betrifft, istes klar, daß hier keine Regeln, sondern nur Tendenzen aufgezeigt wer-den können. Gerade was die Mittel angeht, die gebraucht werden, umJudas zu kennzeichnen, erweist es sich, daß er ein charakteristischer Ver-treter des Typus ist, den die Psychologie als Sündenbock bezeichnet.Die Übertreibung seiner Schuld, die Projektion eigener Sünden in ihn( Aufpfropfung der Ödipuslegende auf seine Lebensbeschreibung), dieKennzeichnung durch eine Farbe, die sonst einer sozial unterlegenenMinderheit zukam( um ihn leichter identifizieren zu können, da er jasonst nicht aufgefallen wäre) wir finden hier alles das, was diePsychologie nach gegenwärtigen Beispielen als Formen der Sündenbock-praktiken aufgestellt hat.

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Was nun Wandel und Konstanz im Judasbild durch die Jahrhunderte be-trifft, so scheint sich nach den Quellen folgendes Bild zu ergeben: Dieeinzelnen Gattungen formen, trotz gewisser Verbindungen untereinander( z. B. Judasverbrennen auf der Bühne und im Brauch) selbständige Tra-ditionen: seine vita etwa hat keinen eigenen ikonographischen Typushervorgebracht, zu den Volksbräuchen gibt es keine entsprechendenRedensarten. Andererseits gehen Theater und Bildende Kunst so eng zu-sammen, daß man sie fast in einem Kapitel behandeln möchte dies istaber wiederum nicht spezifisch für die Judasdarstellung, sondern allge-mein für diese beiden Gattungen seit dem Mittelalter gültig.

Wenn die Bildquellen die Abfolge Isolierung, Charakterisierung, Hyper-charakterisierung und Psychologisierung ergeben, so scheint hier die Lite-ratur eine ungefähr ähnliche Entwicklung genommen zu haben, wennman seine vita in die, Epoche" der Charakterisierung rechnet( von dervorhergehenden läßt sich mangels an Quellen keine Aussage machen);das Aufzeichnen seiner Legende im 12. Jahrhundert markiert hier einengewissen Beginn einer Tradition, bei der aber eben die Kontinuität weitüberwiegt im Grundbestand unverändert druckt man diese vita nochim 19. Jahrhundert. Konstant erscheinen auch die, volkskundlichen"Zeugnisse seit dem 13. Jahrhundert für das gegen Judas gerichtete Lärm-brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag brauchtum zu Ostern.

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Über die mit Judas verbundenen sprachlichen Ausdrücke auf eine Perio-disierung kommen zu wollen, dürfte kaum möglich sein, da erstens derfrüheste Beleg keinesfalls der älteste gerade zufällig überlieferte seinmuß, und hier zweitens eine so ausgedehnte systematische Quellensamm-

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