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Das österreichische Museum für Volkskunde : Werden und Wesen eines Wiener Museums
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Neue Aufgaben

Die allmähliche wirtschaftliche Besserung in den dreißigerJahren, auch das Aufwachsen eines Kreises von jüngerenHörern bei Arthur Haberlandt, die sich sehr intensiv mit demFach beschäftigten und fast durchwegs späterhin mit ihrenArbeiten Erfolg hatten, führten langsam wieder zu einem ge-wissen Aufstieg. Gewisse Aufgaben wuchsen zur Lösung heran,beispielsweise die Erfassung des Burgenlandes in volkskundlich-topographischer Form. Arthur Haberlandt versuchte aus demMaterial seiner Bereisungen und Sammlungsbegehungen selbstden dementsprechenden Band der Kunsttopographie Volks-kunde des Burgenlandes" zu schaffen, der freilich hauptsächlichdas Bauernhauswesen und die hausgewerbliche Volkskunst er-faßte. Aber es war ein Ausgriff, der sammlungsmäßigen Gewinnergab. Vor allem brachte der Gendarmerie- Inspektor KarlHalaunbrenner von Großpetersdorf neuen Sammelstoff aus demmittleren Burgenland ein, der die bisherigen Bestände zurGegenwart hin ergänzte. Ungefähr gleichzeitig begann derPräparator des Museums, Robert Mucnjak, im Einvernehmenmit Pfarrer Leopold Teufelsbauer in der Buckligen Welt, demsüdöstlichsten Niederösterreich, zu sammeln. Von anderen ähn-lichen Ergänzungssammlungen sei besonders die von MarieLang- Reitstätter aus Osttirol, vor allem aus Villgraten erwähnt.Da entstand in mancher Hinsicht ein Gegenstück zu der Samm-lung aus dem salzburgischen Lammertal, die Eugenie Goldsternzwei Jahrzehnte früher eingebracht hatte. Haberlandt selbstergänzte die Bestände besonders durch Ankäufe aus dem Anti-quitätenhandel in Wien und in Kitzbühel.

Auf dem Gebiete der Innenorganisation wie der Schaubar-machung verhielt man sich dagegen weiterhin allen neuerenAnregungen gegenüber negativ. Man muß bedenken, daßẞ indiesen Jahren eines der größten und wichtigsten Unternehmun-

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