wirtschaft nur als dürftige Unterkunft. Daß daran die Beständeaus Istrien, Dalmatien und den anderen nunmehr jugoslawischenKarstlandschaften folgten, war nur museumsgeschichtlich zubegreifen. In diesem leider zu tief gelegenen Trakt in derLangegasse hatte man aufzustellen begonnen, als die Monarchienoch intakt war. Nun konnte man hier die prächtigsten Stückeder Balkansammlung sehen, sogar unterstützt durch die Bildervon Melinghello und Forster, aber eben der Gegenwart schonsehr entfremdet. Die wenig erfreulichen, leider meist auch ver-staubten Räume mit ihren noch dazu schwarz gestrichenenVitrinen blieben den Museumsbesuchern für gewöhnlich fremd.Nur manche Museumsdiebe wurden leider von den Pultvitrinenmit den Schmucksachen angelockt. Sonst waren hier, wie mandeutlich merkte, die räumlichen und geldlichen Mittel längst zukurz geworden. Der Führer von 1930 bekundet das in der fürden Verfasser charakteristischen, nicht leicht verständlichenAusdrucksweise folgendermaßen:„ Wenn auch nicht ausgebaut,vermag sie( die„ Osteuropäisch vergleichende Gruppe") docheinigermaßen der Veranschaulichung der aus West und Ost sichdurchkreuzenden Kultureinflüsse in Ungarn, den Balkanländernund dem Vergleich dieser mit russischem und finnischem Volks-gut im Osten zu dienen." Das glaubte wohl nur der mit derMaterie vertraute Forscher selbst. Museal war eine der-artige vergleichende" Aufstellung so unzulänglich, daß jedesschlichte, aber konservatorisch betreute Depot besser gewesenwäre.
Unhöflichere Besucher sprachen dies auch aus, nur machtensie kein Hehl daraus, daß es sich in diesen Abteilungen vorallem weder um eine Aufstellung noch um ein Depot, sondernihrer Ansicht nach um Rumpelkammern handelte. Engere Fach-vertreter sahen wohl den unzweifelhaft vorhandenen Reichtum.konnten sich aber mit seiner Betreuung doch nicht zufriedengeben. Waren sie stärker museal eingestellt, so verglichen siemit den im Aufblühen begriffenen Landes-, ja Heimatmuseenanderer Städte, waren sie direkt Vertreter des Faches, so ver-
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