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Das österreichische Museum für Volkskunde : Werden und Wesen eines Wiener Museums
Entstehung
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die Neuaufstellung der Sammlung blieb trotz jahrelanger Vor-bereitung durch Errichtung eines ,, Hausfonds" kaum mehr etwasübrig. Schon die Übersiedlung selbst stieß mitten im Krieg aufnamenlose Schwierigkeiten. Man mußte die Transportkistenmit der Straßenbahn befördern und behalf sich mit Soldatenals Möbelpackern... Aber Haberlandt verlor nicht den Mutund versuchte auch in dieser Zeit noch einmal, für eine bessereZukunft vorzusorgen. Es gelang ihm, den jungen Kaiser Karldazu zu bewegen, das Protektorat über den Verein zu über-nehmen, und die Genehmigung zu erwirken, daß sich dasMuseum nun Kaiser- Karl- Museum für österreichische Volks-kunde" nennen dürfe. Das Museum war in seinem neuen Ge-bäude noch nicht einmal eröffnet, als Kaiser Karl bereitsentthront war. Man hatte statt auf die Zukunft diesesmal aufdie Vergangenheit gesetzt.

Die Übersiedlung ging in den Hungerjahren 1917/18 vorsich. Bei der ersten Jahresversammlung im neuen Museums-gebäude konnte Michael Haberlandt berichten:, SämtlicheSammlungen aus Deutschösterreich, den Sudeten- und Kar-pathenländern sowie die keramischen Sammlungen sind nunmehrin 25 Schauräumen des ersten Stockwerkes nahezu vollständigzur Aufstellung gelangt, eine umfassende Arbeitsleistung, diedurch die gegenwärtige Unbeheizbarkeit der Ausstellungsräumeund die unglaublichen Schwierigkeiten bei der inneren tech-nischen Einrichtung derselben besonders erschwert worden ist.Hand in Hand mit den Aufstellungsarbeiten ging eine gründ-liche Konservierung und Restaurierung der Sammlungsbestände,wie sie infolge der Übersiedlung, der vorhergehenden lang-jährigen Lagerung zahlreicher Gegenstände in Magazinräumendringend notwendig geworden war." Die Wirklichkeit, diehinter diesen Worten stand, schaute noch weit kümmerlicheraus. Die Objekte befanden sich zum größten Teil in keinemguten Zustand, sie waren von Anfang an kaum gepflegt, oftseit dem ersten Antransport nie gereinigt worden. Von einersachgemäßen Restaurierung konnte bei mehr als dreißigtausend

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