Schicksalsjahr 1914. Da verstummten die kritischen Stimmen,und wir können uns heute nur freuen, dadurch in Wien diegrößte Baskensammlung in Europa außerhalb des Baskenlandesselbst zu besitzen. Sie ist infolge der Weltkriegsereignisse nichtmehr veröffentlicht worden.
Hugo Schuchhardt hatte übrigens selbst auch eine Sammlungbaskischer Volkskulturgüter, besonders Fischereigeräte usw., an-gelegt, die anscheinend nie öffentlich bekannt wurde. Auch indiesem Fall ergab sich erfreulicherweise wieder zugunsten desMuseums die Wahrheit des Satzes, daß sich alles Getrennteeinmal wiederfinde: 1959 wurde diese Sammlung in den Kellernder Grazer Universitätsbibliothek gefunden und verständnis-vollerweise unserem Museum überantwortet. So fanden sichlange Jahre nach dem Tod der beiden Sammler die beidenBaskenkollektionen Trebitsch und Schuchhardt im Museum inder Laudongasse zusammen.
Das waren westeuropäische„ Vergleichssammlungen", die inirgendeiner Form zu weiteren Folgerungen drängten. Die nächstewurde von der Weltgeschichte selbst diktiert: Die Bergungs-aktion auf der Balkanhalbinsel, welche zu der im Vorhergehen-den kurz geschilderten umfangreichen Erwerbungs- und Durch-forschungstätigkeit der ,, Volkskunde der besetzten Balkan-gebiete" führte. Wieder blieb der Niederschlag sammlungs-mäßiger Art, diesmal von besonders großem Umfang, demMuseum erhalten.
Die Sammlungen von Trebitsch, der, zur Verzweiflung getrie-ben, 1918 selbst seinem Leben ein Ende gemacht hatte, schienendurch die gewaltigen Balkan- Bestände etwas in den Hintergrundgedrängt. Aber Michael Haberlandt behielt auch weiterhinalle ,, Restvölker", alle Rückzugsgebiete" im Auge, und fandwiederum eine Schülerin, die sich dafür auch sammlerischinteressierte. Es war Eugenie Goldstern aus Bukarest, die sichauf die Hochalpen spezialisierte. Sie führte ihre Sammlungeneinerseits in Hochsavoyen, andererseits im graubündischenMünstertal durch und brachte von beiden alpinen Siedlungs-
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