aus den Alpenländern" zusammengestellt. Bei den großen Ab-schnitten war immer zuerst ein allgemeiner Überblick über dieHerstellung gegeben, dann folgten die Sachgruppen nach denTechniken, bei den Textilien etwa die Stickerei, Wirkarbeit,Spitzen und Perlarbeiten, bei der Keramik Glasurware, Ma-jolika und Kachelkunst. Beim Holz versagten solche kunst-gewerbliche, technologische Einteilungsmomente, da waren ein-ander völlig fremde Gebiete, wie Votivtafelmalerei und Mas-kenschnitzerei, nur eben hintereinander geordnet. GewaltigeGebiete, wie die Möbelmalerei, waren in ihrer Eigenstellungnoch gar nicht erkannt. Die Charakteristiken vieler Gebieteerscheinen heute von einer flachen Feuilletonistik, die sehrrasch überwunden werden mußte. Allerorts macht sich derMangel an wirklicher Untersuchung geltend, die wenigstensviele Gruppen an sich genauer hätten bestimmen können, wennschon kein bedeutenderer Leitfaden zu finden war als die An-ordnung nach Werkstoffen, die sich gerade von einem Museum,das ja der ganzen Volkskunde, nicht nur der bildenden Volks-kunst gewidmet war, hätte überwinden lassen müssen.
So zeigt das ganze Werk einerseits die bedeutende Sammel-leistung, die kaum zwanzig Jahre nach der Gründung in die-sem Museum schon erreicht war, anderseits aber auch seineinnere Uneinheitlichkeit, die nicht nur in dem Streben nachgleichmäßiger Berücksichtigung aller Sprachnationen Cis-leithaniens begründet war, so sehr man diese gerechtermaßenauch einkalkulieren muß. Die Suche nach verbindlicheren Leit-ideen mußte fortgesetzt werden.
Der Anstoß zu einer neuen Wendung, für eine ganze Gene-ration und vielleicht für manche Forscher darüber noch hinaus,kam noch einmal aus der von Haberlandt und Hein bei ihrerNeugründung mehr oder minder verlassenen Gemeinschaft der,, Anthropologie". Es war aber nicht die Ethnographie, aus derzumindest Haberlandt nichts Entscheidendes für sein eigenesSammelgebiet mehr herauszuholen wußte, es war die neu auf-strebende Prähistorie, die„ Urgeschichte", wie man sich in
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