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Das österreichische Museum für Volkskunde : Werden und Wesen eines Wiener Museums
Entstehung
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gewinnt mitunter den Eindruck, daß Haberlandt, der feinsinnigeÄsthet, der aber kunstwissenschaftlich nicht geschult war, inder Mitte seines Lebens versuchte, diese Grenzgebiete des volks.tümlichen Kunsthandwerkes so sehr zu betonen, daß aus ihnenschließlich eigene Abteilungen eines bei weitem größer dimen-sionierten Museums hätten erwachsen können, als zunächst ge-plant war.

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Jedenfalls versuchte Haberlandt in den Jahren um 1910, allediese Volkskunst" noch energischer als die große Sammel-leistung des Museums in den Vordergrund zu stellen als bis-her. Mit anstoßgebend waren zweifellos die Bemühungen vonCharles Holme um die Schaffung des Studio- Bandes ,, PeasantArt in Austria and Hungary", der schließlich 1911 erschien,und die Abbildungen zahlreicher Objekte des Museums sowieeinen einführenden Beitrag Austrian Peasant Art" von Haber-landt enthielt. Aber noch während der Arbeit an diesem Bandforcierte Haberlandt das Erscheinen eines eigenen Bildwerkes,das gewissermaßen zum Schlußstein der ersten Periode des Mu-seums werden und ihr Fazit darstellen sollte: Ab 1910 begannin Lieferungen seine, Österreichische Volkskunst" zu er-scheinen, deren Text- und Tafelhefte, insgesamt zwei mächtigeBände, freilich bis in die ersten Jahre des Weltkrieges hineingeliefert wurden. Das Erscheinen des in nur 600 Exemplarenhergestellten Werkes war wesentlich der Munifizenz des Für-sten Johann von und zu Liechtenstein zu verdanken. Das Werkmit 120 Tafeln, darauf nicht weniger als 1300 Einzelbilder,Photographien in gutem Lichtdruck, einige Tafeln sogar inFarbdruck, war zweifellos eine bedeutende Leistung. Es stelltedas umfangreichste, innerlich vielgestaltigste Volkskunstwerkseiner Zeit überhaupt dar. Text und Tafelteil waren nach Stoff-gruppen gegliedert. Zunächst kamen die Textilien, dann dieKeramik, dann das Glas, dann erst das Holz, und in einemfünften Abschnitt waren die Arbeiten ,, in verschiedenem Ma-terial", also der Schmuck, dann die Metallarbeiten, die Oster-eier und schließlich die Gedenkblätter und Papiermalereien

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