betonten Arbeiten aufnahm, Stücke und ganze Reihen, dieweitgehend dem zünftigen Handwerk zugehörten. Das gilt vorallem für weite Bereiche der Keramik, die Haberlandt immerwieder anzogen. Nunmehr trat noch der Einfluß des großenösterreichischen Keramik- Fachmannes Alfred von Walcher-Molthein in den Vordergrund, der weite Strecken der mittel-alterlichen und frühneuzeitlichen Hafnerkeramik sozusagen neuentdeckt hatte. Dieser kenntnisreiche Historiker des Kunst-gewerbes, besonders verdienstlich als Kustos der Sammlungendes Grafen Hans Wilczek auf Schloß Kreuzenstein wirkend,verschaffte dem Museum große Bestände von Hafnerkeramiken,nicht zuletzt von den durch ihn so besonders intensiv erforsch-ten Ofenkacheln. Aber das war doch im wesentlichen bürger-lich- handwerkliches Gut mit deutlichen Stilzügen der Renais-sance und des Barocks. Man konnte dabei sicherlich vielfachvon volkstümlicher Handwerkskunst sprechen, und sich auchdarauf berufen, daß dieses Gut kaum von anderen als eventuellden Landesmuseen gesammelt wurde. Aber für ein Volkskunde-Museum war es doch ein Nebengebiet, und blieb es auch immer.Schließlich sank es zur schweren Depotbelastung herunter, ohneje dem Hause einen wirklichen Dienst geleistet zu haben. Ähn-lich stand es bei den Trachten. Immer neue Ankäufe, nicht zu-letzt bei den verschiedensten Kunstauktionen und aus Sammler-und Künstlernachlässen, brachten Serien von Prunkgewändern,insbesondere von Seidenkleidern, Seidenspenzern usw., ins Haus,die gewiß dem kleinstädtisch- bürgerlichen Besitz des vorigenJahrhunderts angehörten, also wieder einer Zone des„ oberenRandes" des Volkskunstgebietes, nicht aber dem Kerngebiet.Nicht anders war es ja bei den Möbeln: Haberlandts ästheti-scher Sinn brachte es nicht über sich, in Südtirol beispiels-weise an den prunkvoll geschnitzten Hartholztruhen vorbei-zugehen. Auch diese„ cassette" waren aber doch zweifellosgute Handwerkerkunst, Erben der italienischen Renaissance-truhen, und damit wieder sicherlich interessante Stücke vonjenem ,, oberen Rand" unseres Gebietes, aber nicht mehr. Man
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