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Das österreichische Museum für Volkskunde : Werden und Wesen eines Wiener Museums
Entstehung
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in den grenz- und inseldeutschen Bereichen der gleichen Länderwaren doch nicht weniger willkommen. Außer den schon ge-nannten Sammlern im Böhmerwald( Josef Blau) und im Kuh-ländchen( Alexander Hausotter) war beispielsweise der ArztMichael Urban im deutschen Westböhmen tätig, und wo ört-liche Sammler wie Alois John in Eger nur für ihr eigenes Mu-seum zu sammeln wünschten, da konnte man sich doch an denheimischen Antiquitätenhandel wenden, in diesem FallA. Quintus, der prächtige Möbel und Geräte beschaffte.

an

In diesem Zusammenhang hat Haberlandt auch die sonstrecht streng gezogene Grenze gegenüber der ungarischen Samm-lung überschritten. Wenngleich vor der Zeit Adam Müller-Guttenbrunns die deutschen Siedlungen in Südungarn, im Banatund in der Batschka für Wien kaum schon ein Begriff waren,so kannte Haberlandt doch aus der Familientradition die Pro-bleme der deutschsprachigen Bevölkerung in Westungarn, derLeute auf dem Heideboden, der Heanzen am Ostrand der nieder-österreichischen- steirischen Grenzberge. Familiäre Beziehungenzu Ödenburg waren bestehen geblieben, die mit Haberlandtverschwägerte Familie Thirring saß dort, und Wiener Ange-hörige dieser Familie beteiligten sich seit der Gründung andem Verein. So hielt Haberlandt in diesem Ausnahmefall glück-licherweise den Budapester Bann nicht ein und gewährte demZustrom von Gegenständen aus dem deutschen Westungarn nachWien freie Bahn. Merkwürdigerweise ist der Lehrer HeinrichMoses in Pottschach früher zu Erwerbungen in Agendorf beiÖdenburg gekommen als ein den Dingen vielleicht näherstehen-der Sammler. Besonders anregend waren in den nächsten Jahrenzweifellos die Arbeiten des Ödenburgers Lehrers und späterenMuseumsleiters Johann R. Bünker. Dieser, einer der bedeutend-sten Sammler und Aufzeichner seiner Zeit, war 1863 aus einerSchweizer Familie in Kärnten geboren und hatte ein überausstarkes Verhältnis zu allen volksmäßigen Überlieferungen. Ersammelte ebenso gut und genau auf den Gebieten von Flur undHaus wie von Kinderlied und Märchen, selbst das Volksschau-

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