Zahlreiche Sammlerpersönlichkeiten wurden nun durch dieAufstellung, durch die Sammelreisen Haberlandts und durchdie Möglichkeit der Veröffentlichung in der Zeitschrift zu nam-haften Beiträgen bewogen. Da war der Religionslehrer EduardDomluvil in Walachisch- Meseritsch beispielsweise. Auf ihn gehtdie ganze wichtige Sammlung zur Hirtenkultur der„, Walachen"in der mährischen Walachei zurück, die nach der Nr. 12.300ins Museum gelangte. Domluvil hat über wesentliche Glaubens-züge und Bräuche, aber auch Kunstfertigkeit und Hausindustriedieser Walachen Beiträge in der Zeitschrift geschrieben, dieheute noch nicht überholt sind. Zweitausend Nummern später,um 14.250 findet sich, was der ruthenische Arzt Iwan Frankoin Lemberg für die Volkskultur seines„ Bojkenlandes" zu lei-sten wußte. Franko, zu seinem 100. Geburtstag dann als„, einGenius des ukrainischen Volkes" gepriesen, hat dem MuseumHunderte von äußerst wichtigen Objekten aus dem Bojkenlandrund um Msanec verschafft. Der Mittelschulprofessor LudwigMlynek wiederum erschloß Teile der Volkskultur Galiziens. Derin Tarnow tätige Gelehrte sammelte beispielsweise die Salz-schnitzereien der Bergarbeiter von Wieliczka, eine auch heutenoch bekannte Besonderheit dieser polnischen Arbeiter- Volks-kunst. Neben seinen zahlreichen Arbeiten zur polnischen Volks-kunde sollte nicht vergessen werden, daß er als erster auch aufeine der jungen" deutschen Sprachinseln in Galizien aufmerk-sam machte, indem er die Mundart von Wilhelmsau( Wilmesau,Wilamovice) aufzeichnete. Als ein weiterer Beiträger dieser Artund Zeit mag der Schuldirektor Elias Weslowski in Kimpolung,heute in Rumänien gelegen, genannt sein. Dieser Direktor derdortigen Fachschule für Holzbearbeitung, einer typisch altöster-reichischen Gründung, machte als erster auf die Möbel desrumänischen Bauernhauses aufmerksam, ein Gebiet, das erstviele Jahrzehnte später wieder Beachtung fand.
Diese und viele andere Sammler der nichtdeutschen Stämmedes Nordens der cisleithanischen Reichshälfte standen also inhohem Ansehen in Verein und Museum. Aber die Sammler
4 Schmidt, Volkskundemuseum
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