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Das österreichische Museum für Volkskunde : Werden und Wesen eines Wiener Museums
Entstehung
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den bergmännischen Bastler als ,, Volkskünstler" herauszustellen.Volkskunst im Sinn der Überlieferungskunst schuf Kieningernun eigentlich nur in Ausnahmefällen, sein Kirchenmodell, seinModell des Gosauzwanges und ähnliche Arbeiten stehen eigent-lich außerhalb. Aber Haberlandt war es nun schon sehr umschaubare Objekte zu tun. Die Reihen von Kleingegenständendes täglichen Gebrauches mochten wissenschaftlich wichtig sein,ihm ging es um Zugstücke für eine kommende Aufstellung. Sogriff er 1898 rasch zu, als sich ihm die Gelegenheit der Erwer-bung der Viller Krippe des Simon Jaufenthaler bot. Die riesigeKirchen- Wechselkrippe mit ihren neunhundert Einzelobjektenmußte in Wien eine Sensation werden. Sie wurde auch einesolche, jahrzehntelang blieb sie eines der beim Publikum be-liebtesten Schauobjekte des Museums.

In diesem Jahr 1898 ließ sich die Sammlung bis auf über11.000 Nummern fördern. Berühmte Sammler machten sich nunschon ein Vergnügen, dem neuen Museum Objektserien zurVerfügung zu stellen. Andreas Reischek aus Linz begann mitZuwendungen oberösterreichischer Keramik, die nunmehr nebender mährischen allmählich zur Geltung gelangte. Das Grenzgebiet zwischen Nieder- und Oberösterreich, dieses malerischeHügelgebiet um Neustadtl wurde erkundet, aus Stefanshart konn-ten bemerkenswerte Dinge, besonders gute bemalte Möbel er-worben werden. Nordniederösterreich- Südmähren wurde dagegenwieder durch einen Lehrer- Sammler, nämlich Benjamin Krobothin Unterthemenau zur Geltung gebracht. Von den großendeutsch- mährischen Sprachinseln aber tauchte das Kuhländchenals ergiebige Quelle auf: Alexander Hausotter sammelte dortalles, was ihm zur altbäuerlichen Kultur zu gehören schien undschuf so in mehreren Partien eine Spezialsammlung des Mu-seums, die in ihrer Eigenart, in ihrem schlichten Reichtum kaumvon einer anderen erreicht wird. Alle diese Bestrebungen imböhmisch- mährisch- schlesischen Raum wurden zweifellos auchdadurch angespornt, daß August Hauffen seit seiner Berufungnach Prag begonnen hatte, ein Gegenstück zu der lebhaft he-

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