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Das österreichische Museum für Volkskunde : Werden und Wesen eines Wiener Museums
Entstehung
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Oravicza im Banat, ein Haus aus Vorarlberg, je eines aus Kroatien und Galizien, und zwei außerösterreichische, nämlich einesaus dem Elsaß und eines aus Rußland. Diese etwas kunterbunteSchau, die noch von Modellen hätte unterstützt werden sollen,die aber nie eintrafen, ist von einem bedeutenden Sachkennerbeschrieben worden, nämlich von Karl Julius Schröer, dem pro-testantischen Germanisten aus Preßburg, der für die Erfor-schung der Deutschen im damaligen Ungarn, vor allem für dieErfassung ihrer Mundarten sehr viel getan hat. Schröer bildetdie Überleitung vom spätromantischen Grimm- Zeitalter zur neuenEpoche der Anthropologischen Gesellschaft, die 1870 in Wiengegründet wurde. Mit ihm und seiner bedeutsamen Beschrei-bung dieser Ausstellungsabteilung ,, Das Bauernhaus mit seinerEinrichtung und seinem Geräte", 1874, begann eine neue Zeitder österreichischen Volkskunde, die Zeit der sich weit in denVordergrund schiebenden Haus- und Geräteforschung, zunächstim Rahmen der Anthropologischen Gesellschaft. Museal aberwar das Problem der Freilichtmuseen aufgeworfen, das ,, Ethno-graphische Dorf" wurde nunmehr bei vielen anderen ähnlichenAusstellungen wiederholt, besonders bei der Milleniums- Aus-stellung in Budapest 1890. Die Wiener Ausstellung aber hatder Schwede Arthur Hazelius gesehen und allem Anschein nachhier die Anregung zu der Kombination seines ,, Nordischen Mu-seums" mit dem Freilichtmuseum Skansen erhalten.

Im Grunde genommen gehört das, Nordische Museum" zuden spätromantischen Museumskonzeptionen. Seinem Wesen nachentspricht es am ehesten dem ,, Germanischen Nationalmuseum"in Nürnberg, das ganz aus dem Geiste der nationalen Romantikheraus entstanden ist. Dazu gehört vor allem die Abwendungvon den fürstlichen Kunst- und Wunderkammern, die einerseitsdem Bereich ehemaliger absoluter Fürstenmacht entstammten,anderseits jeweils internationalen Kunstströmungen zugewandtwaren und blieben. Die Museen der Romantik waren ,, National-museen", sie stützten sich auf die Vergangenheit des eigenenVolkes und versuchten sie darzustellen. Nicht nur im Sinn

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