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Das österreichische Museum für Volkskunde : Werden und Wesen eines Wiener Museums
Entstehung
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nehmen Molls in Erfahrung zu bringen ist. Solange Moll amt-lich wirkte, wurde seine Sammlung von großen Fachkennerngern besucht, darunter auch von jungen Männern, die einen Teildes frühen 19. Jahrhunderts wesentlich mitbestimmen sollten, soAlexander von Humboldt und Erzherzog Johann. Der Erzherzogfand sich durch Moll in seiner eigensten Geistesrichtung an-geregt und bestärkt. Und während das Mollsche ,, Kabinett" beiseinem Abschied von Salzburg verkauft und zerstreut wurde,nahm der Erzherzog die gleiche Sammeltätigkeit für Steiermarkauf. Sogar Molls Lieblingsmaler Lederwasch übernahm er undließ von ihm und seinen anderen, meist aus Wien stammenden,, Kammermalern" nun die Trachten, Bräuche, Spiele usw. dessteirischen Volkes malen. Es sind dabei oft geradezu aquarelli-stische Meisterwerke entstanden, die heute noch in der Samm-lung der Grafen Meran vereinigt und nur zum geringen Teilwissenschaftlich ausgewertet sind. Nur die Trachtenbilder habendurch Konrad Mautner und Viktor Geramb mehr als ein Jahr-hundert nach ihrer Anfertigung ihre sachgerechte trachten-geschichtliche Bearbeitung gefunden.

Erzherzog Johann, in so vieler Hinsicht Patron der steirischenVolkskunde, hat also auch noch kein Volkskundemuseum imspäteren Sinn gegründet, sondern eine Bildersammlung, die nochdazu nie öffentlich zugänglich wurde. Auch er war noch einMann zwischen Aufklärung und Romantik und wie sein Vor-bild, der Freiherr von Moll, stärker von Rousseau als von irgendjemand anderem beeinflußt. Es wäre von diesen Sammlungenund ihrer stark ausgeprägten Eigenart zweifellos der Weg zueiner öffentlichen Volkskundesammlung möglich gewesen, diedas Volksleben, die Volkstraditionen in Bildern zu sammeln unddarzustellen gehabt hätte. Leider ist dieser Weg nirgends be-schritten worden. Mit dem Biedermeier versinkt diese Möglich-keit, obgleich die Maler allenthalben die quellenmäßigen Unter-lagen schufen. Keine Sammlung erfaßte sie volkskundlich, sieverblieben für späterhin der Kunstwissenschaft, die sie erst nachlangem Zögern wissenschaftlich zu werten begann.

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