Kollektiv in KinderschuhenKinderkrippe, Kindergarten, POSfür Heranwachsende in der DDR
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die selbstverständlichen Stationen
Sind die jungen rechtsextremen Gewalttäter, die inOstdeutschland Ausländer jagen, prügeln und manch-mal in den Tod treiben, in den Kinderkrippen deruntergegangenen DDR gewissermaßen herange-züchtet worden? Das meint jedenfalls der Hanno-veraner Sozialforscher und Kriminologe ProfessorChristian Pfeiffer. Der SED- Staat habe seine Bürgergeradezu systematisch zu angepaßten, Ich- schwa-chen Untertanen herangezogen, die sich nach starkerFührung sehnen und nun ihre Aggression an Auslän-dern, Außenseitern oder sonstwie Auffälligen auslas-sen.
Als Pfeiffer diese These im Frühjahr 1999 in„ DerSpiegel"( 12/99) verkündete, erntete er in Ost-deutschland wütende Reaktionen. Verunglimpfung!Abenteuerliche Spekulationen! Pauschalurteil! Under bekam die Gegenfrage gestellt: Ist die berühmtewestliche Erziehung zum Individualismus nicht nureine zum Egoismus? Was ist denn so falsch an einerErziehung zu Ordnung, Disziplin, Sauberkeit? Ist dieErziehung zum Gruppenzusammenhalt nicht geradeeine zur Verantwortung für die Gemeinschaft?Selten hat eine These so viel Unruhe und so erregteDiskussionen ausgelöst. DDR- Themen mündenschnell in einen Ideologiestreit, in dem sich bald zweiAnsichten starr gegenüberstehen und es keineBewegung mehr in der Diskussion gibt. Das gilt all-gemein und trifft besonders auf das emotionalbesetzte Thema Jugend zu. Früher kümmerte sich
der Staat noch um seine Kinder, bot ihnen ein umfas-sendes Programm, sorgte dafür, daß keiner unter-ging: So erinnern sich heute die einen in Ostdeutsch-land. Die anderen sprechen von einem einzigenZwangssystem, in das sich die jungen Menschen ein-fügen mußten. Fast könnte man meinen, die Ost-deutschen sprächen im Rückblick von zwei verschie-denen Welten. Es ist die gleiche, nur wird sie unter-schiedlich interpretiert.
Kind sein in der DDR hieß vor allem, schon in allerFrühe aufzustehen. Fünf oder sechs Uhr. Die Elternmußten zur Arbeit- und die begann üblicherweisefrüher als im Westen. Mütter, die zu Hause bliebenund sich ganz der Erziehung ihrer Kinder widmeten,waren die Ausnahme. Höchstens, daß sie nicht denganzen Tag arbeiteten, sondern eine Teilzeitstelle hat-
ten.
Die erste Station, die fast alle jungen Heranwachsen-den in der DDR zu durchlaufen pflegten, war die Kin-derkrippe. Eine Einrichtung für Kinder zwischen einund drei Jahren. Einen Platz zu bekommen, war,jedenfalls in der Spätzeit der DDR, kein Problem. Fürdie achtziger Jahre gilt: Zwei Drittel aller Kinder bis zudrei Jahren verbrachten täglich 8-10 Stunden in derKinderkrippe. Man unterschied Tages- von Wochen-krippen letztere waren für Eltern, die in einem 3-Schicht- System arbeiteten und erst an schichtfreienTagen Zeit für ihre Kinder hatten.
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Die Sprößlinge starteten, so kann man sagen, in der
Kinderzimmmer
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