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geschätzte 200.000 Tonnen hochsubventioniertesBrot, die Jahr für Jahr in den Ställen verschwanden.Die Konsum-, HO- Läden und Kaufhallen deckten dienormale Versorgung ab. Wer Feineres und Ausgefal-leneres suchte, etwa Ölsardinen für das Weihnachts-fest, für den gab es, jedenfalls in den größeren Orten,ab Mitte der sechziger Jahren den Delikat- Laden.Westliche Artikel und hochwertigere DDR- Warenwaren hier im Angebot. In den Schaufenstern fehltejede Preisauszeichnung. Es durfte ruhig etwas teurersein, hier in diesem Refugium, das auch demWunsch nach Distinktion nachkam. Die Einrichtungdiente nicht zuletzt dazu, den Kaufkraftüberhang derBürger abzuschöpfen.
Niemand brauchte in der DDR zu hungern. Im Gegen-teil, das viel größere Problem waren Fettsucht undÜbergewicht. Filets gab es kaum, dafür reichlichSchweinefleisch. Bei den Halb- und Ganzfertiggerich-ten zählte der Nährwert, weniger der Vitamingehalt.
Monatliche Ausgaben
in 4- Personen- Arbeitnehmerhaushalten 1982
DDR( 1420 M100%)
Nahrungsmittel
30,4
Genuẞmittel
11,2
Bekleidung, Textilien
14,4
Möbel, Haushaltsgeräte
8,2
sonstige Industrieware( z.B. Kraftfahrzeug)
21,1
Verkehrsleistungen
1,3
Miete und Nebenkosten
5,0
Reparaturen
2,3
Bildung, Unterhaltung, Erholung
4,0
sonstige Leistungen
2,1
Quelle: Zahlenspiegel 1986
In den Gaststätten wurde die deutsche Küchegepflegt, sprich: die gute alte Hausmannskost, dievom ernährungsphysiologischen Gesichtspunkt ebenalles andere als gut ist. Ein Stück Fleisch bildete dieHauptspeise, Kartoffeln firmierten als sogenannteSättigungsbeilage. Zu ,, Frischkost" zählten Weiß- undRotkohl, an denen nie ein Mangel herrschte. Äpfeldeckten die Hälfte des Obstangebots in der DDR ab.Die Gaststätten waren je nach Niveau in vier Preiska-tegorien eingeteilt. Mit fremdländischer Küchekamen die DDR- Bürger kaum in Berührung. Sie kann-ten die Thüringer Rostbratwurst, aber kein Kebab.Erst die Wende brachte Pizzerias und chinesischeKüche ins Land. In jedem Fall war die DDR, wieTobias Stregel und Fabian Tweder in Deutsche Kuli-narische Republik" schreiben,„ für Vegetarier keinHonigschlecken".( Stregel, 1998; 74)
Keine Engpässe hingegen gab es in der Versorgungmit Hochprozentigem. Ein heißer Sommer konnteschon einmal das Mineralwasser oder Bier knappwerden lassen, Spirituosen gab es dagegen mit wun-dersamer Verläßlichkeit immer. Man darf den Verant-wortlichen wohl keine planmäßige Verführung zumAlkohol unterstellen, diesen Produkten( mit so klin-genden Namen wie„ Prima Sprit") kam vielmehr ihreAltersbeständigkeit zugute.
In Sachen Alkoholkonsum erreichten die DDR- Bürgerdas oft beschworene, aber selten erreichte Weltni-veau. Der Pro- Kopf- Verbrauch machte im Jahr bei Spi-rituosen 16,1 Liter, bei Bier 143 Liter aus.Die DDR- Bürger tranken und aẞen zuviel. Anfang dersiebziger Jahren waren, wie das Leipziger Institut fürMarktforschung ermittelte, 10 Prozent der Kinder,