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kannten DDR sind, jedoch Bedenken wegen einer möglichen Übertragbarkeit auf die österreichischenVerhältnisse formulieren. Nach langen Überlegungen, die Ausstellung in die Internationale Zone, den I.Bezirk, zu verlegen, wird die Veranstaltung als Akt des guten Willens und der internationalen Verständi-gung doch im Österreichischen Museum für Volkskunde stattfinden können.
Alle Wiener können aufgrund des Viermächtestatus der Stadt die Ausstellung besuchen, denn immerhinwar es gelungen, zu Beginn der 70er Jahre eine dem Berlin- Abkommen ähnliche Regelung des Reise-und Besucherverkehrs zustande zu bringen, wobei das besondere Vertrauen in die Vernunft der Bevöl-kerung vor allem dadurch zum Ausdruck gekommen war, daß auch die Bewohner des russischen Sektorseine zwar visum- und umtauschpflichtige, aber dennoch freie Reisemöglichkeit innerhalb der Stadtgren-zen erhalten hatten. In Berlin war das auf wenige Personengruppen beschränkt geblieben.Zur Ausstellung können Bewohner der sowjetischen Zone für wenige Kronen- während der Schillingweiterhin in den Westzonen galt, war die Kronenwährung als Zeichen des fortschrittlichen Austauschsvon Gedanken und Waren mit der Ungarischen Volksrepublik, der Tschechoslowakischen SozialistischenRepublik und anderen Regionen der sozialistischen Staatengemeinschaft wieder eingeführt worden,gleichsam eine sozialistische Variante der konservativen Vorstellungen von einer Donaukonföderation inder Zwischenkriegszeit- organisierte Busreisen mit dem Kulturbund buchen. Da auch der Interzonen-verkehr auf der Westautobahn immer reibungsloser verläuft und aufgrund der vereinfachten Reiseforma-litäten auch die Kontrollen auf dem Westbahnhof entfallen sind, sehen viele Österreicher aus allen Besat-zungszonen die Ausstellung„, Leben in der Platte". Was Wunder, daß Vergleiche angestellt werden.
II.
In der Tat hatte sich das geteilte Österreich in sehr unterschiedliche Richtungen entwickelt, jedoch nichtohne Bezug auf die vorgefundenen kulturellen und ökonomischen Gegebenheiten. Der Vorschlag derWeltregierung" für die künftige Rolle Österreichs, von Liebeneiner dankenswerterweise im Film doku-mentarisch festgehalten, war, wenn auch vom Regisseur mit ausgeprägtem Sarkasmus zitiert, bereitsteilweise Wirklichkeit geworden:„ Das Land Österreich wird in ein großes historisches Museum, kombi-niert mit einem Naturschutzpark, verwandelt." In den Westzonen war diese ironisierende Vorstellung ausder Nachkriegszeit aufgegriffen und systematisch umgesetzt worden. Industrielle Inseln, wie das im nun-mehr westlichen Linz gelegene große Stahlwerk, wurden, auch dies ein Ergebnis der Besatzungspolitik,durch den Staat übernommen, geschützt und als Instrument einer blockübergreifenden Wirtschaftsinitia-tive genutzt.