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Beiträge, die die Geschehnisse vor Ort festhielten und reflektierten. Gottfried Korff z.B. nützte seine Teil-nahme an besagter 100- Jahr- Feier des Volkskundemuseums in Ost- Berlin zu einer S- Bahn- Ethnologie".6Er hielt in dem Artikel seine Wahrnehmungen in„ acht Bemerkungen zum Berliner Alltag nach Öffnungder Mauer" fest und verband diese mit Überlegungen zur Musealisierung des Alltags. Eine Problematik,die angesichts der sich abzeichnenden Auflösung des DDR- Staates brennende Aktualität erhielt.
II.
,, Die Volkskunde versteht sich als Wissenschaft vom Alltag, als eine Wissenschaft, die alltägliche Lebens-welten, genauer, die Kultur alltäglicher Lebenswelten zu analysieren sucht." Mit dieser prägnanten Fest-stellung umreiẞt Konrad Köstlin die neue Entdeckung des Alltags durch die Volkskunde. In ihrem Gefol-ge begannen auch die Medien sich dem Alltag zu widmen. Dadurch bekam der Alltag eine neue Qualität.Das Selbstverständliche, einstmals Unreflektierte wurde zur„ Alltags- Kultur".
Dieses Phänomen wird besonders an den Zeugnissen des Alltags der ehemaligen DDR bewußt. Wie Kon-rad Köstlin in seinem interessanten Beitrag für diesen Katalog darlegt, hatte die Alltagsforschung im Rah-men der Historischen Wissenschaft in der DDR einen wichtigen Stellenwert, doch standen dabei die Aus-prägungen der kommunistischen Gesellschaft im Vordergrund. Den alltäglichen Dingen des Lebens schenk-te man kaum Beachtung. Sie rückten erst mit dem Ende des DDR- Staates in das Bewußtsein. Vorerst frei-lich im negativen Sinn, indem man sich der Dinge entäußerte, sie entsorgte, weil man nicht mehr an die Ver-gangenheit erinnert werden wollte. Demgegenüber gab es bereits beim Abbruch der Mauer Stimmen, diedafür plädierten, wenigstens Teile davon als historisches Zeugnis zu bewahren. Besonders vom Verschwin-den bedroht waren die Dinge des täglichen Bedarfs. Deshalb entschloß man sich 1993, in Eisenhüttenstadtein Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR einzurichten. Man entwickelte dafür ein neues Konzept,über das Andreas Ludwig bereits mehrfach berichtete. In seinem überaus anregenden Beitrag für diesenKatalog informiert er nicht nur über die inhaltliche Ausrichtung und Zielsetzung des inzwischen entstande-nen Museums der Alltagskultur der DDR, sondern er stellt auch Überlegungen an, wie sich die Kultur imOstteil Österreichs hätte entwickeln können, wenn dieser Besatzungszone geblieben wäre.
III.
Die Idee zu unserer Ausstellung stammt von Wenzel Müller, einem in Wien lebenden Historiker und Jour-nalisten aus der Bundesrepublik Deutschland. Sein ursprüngliches Konzept sah vor, das kreative Potenti-al der DDR- Bürger zu zeigen. Der Mangelstaat zwang die Menschen nämlich, im privaten Bereich über-