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Die Sammlungen des Ethnographischen Nationalmuseums inBulgarien
Vladlena Nestorova, Ratschko Popov, Sofia/ Bulgarien
Das erste sogenannte„ Volksmuseum“ wurde im Jahre 1892 inBulgarien eingerichtet und nach westeuropäischem Muster gestaltet.Innerhalb nur weniger Jahre wuchs die Anzahl seiner ethnographi-schen Objekte so sehr, dass sich schon im Jahre 1906 die Notwen-digkeit der Gründung eines selbständigen Volkskundemuseums er-gab. Als Hauptaufgabe stellt sich dieses Museum das Sammeln,Aufbewahren und Präsentieren des reichen ethno- kulturellen Erbesder Bulgaren im Inn- und Ausland. Mit der Gründung des Museumswurde es erforderlich, alle neuerworbenen materiellen ethnographi-schen Gegenstände mit zusätzlichen ausführlichen Archivmaterialienzu versehen. So werden bis heute im Wissenschaftlichen Archiv desMuseums über 3.000 Archiveinheiten mit ca. 500.000 Schreibma-schinenseiten, 100.000 Negativen und 5.200 alten Fotos und Porträtsaufbewahrt.
Eine Grundregel für die Ethnographen damals war, alle Ob-jekte, mit denen die Sammlungen vervollständigt wurden, mit einerausführlichen Beschreibung der technologischen Prozesse, die dieFertigung betreffen, zu versehen, oder in Zusammenhang mit demfeierlichen Kalender-, Familien-, und Arbeitsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Arbeitsbrauchtum, sowie mitdem Volksglauben, den volkstümlichen magischen Praktiken und derVolksmedizin stehen. Im Laufe der systematischen Arbeit auf demGebiet des Sammelns und der wissenschaftlichen Forschungen hat-ten die damaligen Ethnographen das Ziel, alle Regional- und Lokal-gruppen der bulgarischen Bevölkerung zu beschreiben, die im Ge-birge und auf dem Land wohnen, um möglichst vollständig die Be-sonderheiten der immer noch lebendigen und funktionierenden tradi-tionellen Volkskultur darstellen zu können. Die Gegenstände in deneinzelnen ethnographischen Sammlungen geben Auskunft über ihregenaue Gebrauchs- oder Sinnbestimmung im Alltagsleben. Dabeibeinhaltet jede Beschreibung auch die entsprechenden umgang-sprachlichen Bezeichnungen. Auf diese Weise kommt dem Bulgari-