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Vorwort
Unter dem Titel„ Die Museumssammlung- Sammlungsinten-tion, Auswahlkriterien, Kontextualisierung. Inhalte und Strategien dervergangenen 10 Jahre sowie Zielsetzungen für die nächste Dekade"veranstalteten das Österreichische Museum für Volkskunde und dasEthnographische Museum Schloss Kittsee vom 18.- 21. September2002 die zweite Konferenz der Ethnographischen Museen in Zentral-und Südosteuropa.
Initiator dieser Reihe war das Ethnographische Museum Bu-dapest. Im Jahr 2001 wurde dort ein neuer Anlauf für einen instituti-onellen Dialog genommen, der im Jahr 2003 im Slowakischen Nati-onalmuseum- Ethnographisches Museum/ Martin seine Fortsetzungfindet.
Dem Thema dieser Tagung lag ein gewisser Selbstzweck zuGrunde, befinden sich doch in den Sammlungen des Österreichi-schen Museums für Volkskunde rund 20.000 Objekte zu Ost- undSüdosteuropa. Generell macht man sich im Wiener Museum Gedan-ken zu zukünftigen Sammlungsstrategien. Insbesondere für die zuvorgenannte Sammlungsgruppe gilt es, nach mehr als einem Jahrzehntveränderter politischer Strukturen in den ost- und südosteuropäischenNachbarländern neue Sammlungskonzepte zu überlegen. In Anbet-racht des einfachen Zuganges zu den Sammlungen der ausländischenInstitutionen könnte die Erweiterung der eigenen, vornehmlich histo-rischen, einschlägigen Sammlungsbestände überhaupt in Frage ge-stellt werden. Punktuelle zeitgenössische Ergänzungen- Zeitschnitteoder thematische Schwerpunkte- wären ein anderer Weg. Vor die-sem Hintergrund mag das Bedürfnis des Österreichischen Museumsfür Volkskunde, Einblicke in die Sammlungen und Sammlungsstra-tegien anderer Häuser zu bekommen, verständlich erscheinen.
Der Wiener Sammlung kommt in Zeiten von EU- Osterweite-rung und Vernetzungstrends neue Bedeutung zu. Was vor rund 100Jahren, motiviert von Repräsentation nationaler Gleichwertigkeit,Besonderheit und Exotik Glossar ::: zum Glossareintrag Exotik im Museum zusammenkam, ist heute Basisneuer Kooperationen.
Die Beiträge im vorliegenden Heft basieren auf den Referatendes ersten Teils der Tagung. Der zweite Teil der Veranstaltung war