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Erlebniswelt Volkskultur : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 2001 in Spittal/Drau
Entstehung
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Bernhard Fuchs

Zurschaustellung fremder Kulturen gemahnt an die historischen Völ-kerschauen, die im Schnittfeld zwischen Zirkus, Zoo und Wissenschaftentstanden, ebenfalls mit edukativem Anspruch auftraten und von zeit-genössischen Anthropologen mit regem Interesse wahrgenommen wur-den.

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Das Programm lockte auch die in Wien lebenden Nepalis, als Besucherund als Unternehmer. Das Restaurant Kathmandu verkaufte Imbisse,die Boutique Macara Antiquitäten. Die Truppe aus Nepal handelte mitKunsthandwerk, Schnitzereien, Hausmodellen und Trachtenpuppen, ti-betischen Rollbildern, Räucherstäbchen, Textilien und Nepalpapier,Musikinstrumenten und CDs. Die rege Anteilnahme der ortsansässigenNepalis machte den besonderen Reiz dieser Veranstaltung aus. Es wur-de gekauft, Videoaufnahmen wurden gemacht, Freundschaften ge-schlossen, die hübschen Tänzerinnen wurden von jungen WienerNepalis umworben- nicht ohne Erfolg. Das erregte eine moralischeDebatte. Andere machten den jugendlichen Verehrern Vorwürfe, siewürden falsche Hoffnungen wecken. Die armen Mädchen würden da-von träumen, nach Österreich heiraten zu können. Bei der Abreise gabes rührende Abschiedsszenen. Die Association of Nepalese in Austriaerwarb die Kostüme der Gruppe.

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Ich selbst schloss Freundschaft mit dem Sarangi- Spieler BukunGandharba, der mir sein Instrument( eine Art Fiedel) verkaufte und einwenig Unterricht gab. Dieses charakteristische Musikinstrument zähltwiederum zu den nationalen Symbolen Nepals. Allerdings wird dieSarangi nur von Bettelmusikanten der Gaine- Kaste gespielt, mit Bam-busflöte und Madal( eine kleine Fasstrommel) musizieren dagegen alleKasten. Für die Gaine entwickelte sich die professionelle Begegnungmit Touristen und der Handel mit ihrem Instrument zur wichtigstenErwerbsquelle.*

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39 Thode- Arora, Hilke: Für fünfzig Pfennig um die Welt. Die Hagenbeckschen Völkerschauen.Frankfurt a. M. 1989; dies.: Das Eskimo- Tagebuch Glossar ::: zum Glossareintrag  Tagebuch von 1880. Eine Völkerschau aus der Sichteines Teilnehmers. In: kea, Zeitschrift für Kulturwissenschaften 2, 1991, S. 87-115.

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Auch die Völkerschauen wiesen eine erotische Komponente auf. Das Vorhandensein einerDiaspora, die die Schaustellerinnen und Schausteller mit Beschlag belegte, reduzierte dieinterkulturellen Begegnungen.

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Vgl. hierzu Hoerburger, Felix: Studien zur Musik in Nepal(= Regensburger Beiträge zurmusikalischen Volks- und Völkerkunde 2). Regensburg 1975, bes. S. 33ff.

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