Bernhard Fuchs
air in Kathmandu. Das Problem der Flugkosten erübrigte sich somit.Auch die Folkloregruppe verursachte keine Mehrkosten; selbstver-ständlich entsprachen die Honorare dem nepalischen Niveau. Auch vonautoritärem Führungsstil geprägte nepalische Arbeitsverhältnisse wur-den kurzfristig importiert. Die Künstlerinnen und Künstler treten inKathmandu täglich in Basnets Restaurant Bhojan Griha auf.³6 In Wienzeigten sie sich in wechselnden Kostümen; der Moderator kündigte dieTänze grundsätzlich als typisch für die jeweilige Volksgruppe an. Zuden Tänzen erklang Live- Musik, die Darbietungen repräsentierten alleLandesteile, religiöse Maskentänze wurden ebenso gezeigt wie Scherz-tänze. Einen Höhepunkt bildete der Hochzeitszug, dem sich Publikumanschloss, vor allem Kinder, die begeistert die nepalische Fahneschwangen. Die Integration des Publikums funktionierte. Man konntesich in einer Fahrradriksha in der Halle herumkutschieren lassen. Füreine kritische, umweltbewusste Repräsentation Nepals sorgte ein Infor-mationsstand von Öko- Himal.37 Beeindruckend waren die vom nepa-lischen Künstler Govinda Shah angefertigten Kulissen, welche Szenenaus dem Alltag zeigten und einen realistischen Eindruck erweckten. ImZentrum der Halle stand alles überragend das Modell der Stupa vonSwayambhunath( mit dem berühmten Augensymbol). Von dort ausge-hend waren Leinen mit bunten tibetischen Gebetsfahnen gespannt. ZurDekorationen gehörte weiters eine Fotografie des Königs Sri PancBirendra Bikram Shah Dev.
Die Präsentation wurde dem Konzept der Pineapple Tours-„ Kontaktmit lebendiger Kultur"- gerecht. Der Nepal- Referent des Unterneh-mens Michael Baumgartner sieht sich als Mittler zwischen den Kultu-ren: ,, Unglaublich- heute kann ich wienerischen Geist nach Kathman-du bringen und umgekehrt". 38 Die nepalischen Künstler entdeckten denAlltag Wiens. Eine Rolltreppe wirkte zuerst furchteinflößend, dannwurde sie als ein wunderbares Spielzeug in Besitz genommenzum Ärger der eiligen Passanten. Bharat Basnet führte seine, Schütz-linge' mit strenger Hand und erlaubte ihnen keinen freien Ausgang. Die
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Dort wird nepalische Küche serviert und traditionelle Volkskultur dargeboten.
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sehr
37 Öko- Himal, mit Sitz in Salzburg, organisiert sozial- und umweltverträgliche Projekte derEntwicklungszusammenarbeit wie Kleinkraftwerke und„ sanfte" Tourismusmodelle; vgl.www.ecohimal.or.at/german.htm, Zugriff 30. 7. 2001.38 www.pineapple.at/wir, Zugriff 30. 7. 2001.
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