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Erlebniswelt Volkskultur : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 2001 in Spittal/Drau
Entstehung
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Hermann Steininger

wachsender Prosperität. Der alltägliche Konsum hatte sich vor allem injenen Gegenden, wo sich Arbeitsplätze in Industrie und Gewerbe schaf-fen ließen, normalisiert. Nachdem die Kriegsschäden beseitigt wordenwaren, konzentrierte man sich auf wirtschaftliche Neuerungen.

Investitionen auf allen Ebenen brachten Arbeit, es gingen zunächstErwerbstätige aus der Landwirtschaft in die Betriebe, dann kamen Gast-arbeiter ins Land, die vornehmlich im Bauhilfsgewerbe und in denIndustrien gesuchte Arbeitskräfte waren. Billigere Angebote in allenBereichen bewirkten allmählich einen immer stärkeren Rationalisierungs-schub und infolgedessen einen Verdrängungswettbewerb, der zunächstnur marginale Teile der Arbeitenden betraf. Nachdem wie erwähnt dieLandwirtschaft in diesen Jahren immer mehr Hilfskräfte verlor, die in derIndustrie Arbeit gefunden hatten, mussten die Bauern maschinell moder-nisieren. Freilich haben diese Entwicklung nur jene vollzogen, die sichdas finanziell leisten konnten. Dieser Prozess ging rasch voran und istdennoch nicht beendet: heute erzeugen weniger Bauern auf geringerenFlächen bedeutend mehr als früher. Die Folge war, dass das alte Modellder bäuerlichen Selbstversorgung und die Abgabe von Überschüssen anden Handel nicht mehr funktionierte. Vielfach mussten sich die bäuer-lichen Betriebe also den Markterfordernissen anpassen, das heißt, nur be-stimmte Produkte in entsprechenden Mengen produzieren, Bedingungen,die meist nur jüngere landwirtschaftliche Betriebsführer akzeptierten. Nursie waren auch in der Lage, sich wirtschaftlich umzustellen und orga-nisierten in der Folge die private Selbstvermarktung ihrer eigenen Pro-dukte. Ergebnis: Konzentrationen bäuerlicher Vermarktungsgroẞbetriebe,die überregional handelten. Die großen Lagerhallen und-türme inzahlreichen ländlichen Orten zeugen von dieser Entwicklung. Zahlreichebäuerliche Wirtschaften- die meisten von ihnen waren nicht groß genugoder hatten sich nicht umstellen können mussten aufgeben, vieleehemals von einem selbstbewussten Bauerntum zeugende Dörfer leertensich, die Alten starben weg, Häuser und Anwesen standen bald leer,verfielen, vor allem im Grenzraum zum ehemaligen Ostblock. Die Folgendieser Entwicklung: Abwanderung der Jungen- Handwerk und Gewer-be, Kaufhäuser, Gemeinschaftseinrichtungen wie Gasthäuser konntennicht überleben. Die Motorisierung ermöglichte immerhin, sich in den imZuge der Raumordnung eingerichteten Zentralorten zu versorgen.

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