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Erlebniswelt Volkskultur : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 2001 in Spittal/Drau
Entstehung
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Nikola Langreiter und Christian Stadelmann

wissenschaftlich

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korrekte

um den ,, Mann aus dem Eis", wie dieBezeichnung lautet, sondern um Ötzi- ein popularkulturelles Phänomen.Rund 500 verschiedene Benennungen kursierten zeitweilig für den Mannvom Hauslabjoch, den Alpen- Adam, Brac, Gelatimann, den kalten Al-ten.² JournalistInnen im englischen Sprachraum riefen ihn Frozen Fritz, inFrankreich Hibernatus.³ Wie in einer Tageszeitung zu lesen war, ist Ötzinach der Schifahrerin Petra Kronberger der erste, Österreicher' der es aufdas Titelblatt des US- Magazines Time" geschafft hat- immerhin vordem Politiker Jörg Haider.

Wir nehmen die zahlreichen Spitz- und Kosenamen, die intensive undvergleichsweise lang anhaltende Medienpräsenz der Gletschermumie( über Sensationsberichterstattung hinaus) als Zeichen für breites Inte-resse, für eine gewisse Anteilnahme, als Hinweis auf ein Phänomen derPopularkultur. Zur Namensdiskussion gehörten auch Vorschläge wieSchnalsi, Urtiroler, Homo Hauslabiensis oder Homo Tirolensis- inter-pretierbar auch als Ausdruck einer Gemengelage unterschiedlicherInteressen.

Begehrlichkeiten

Kaum war der Fund des Leichnams als Sensation begriffen worden, dasetzte auch schon die Diskussion darüber ein, was mit der Mumie innäherer oder fernerer Zukunft geschehen sollte. Umgehend, am 24.September 1991, erhoben die Vertreter der Gemeinde Sölden, zu derenGebiet die Fundstelle gehörte so nahm man zunächst an-, Anspruchdarauf. Man war noch weit davon entfernt, ein Konzept für dieöffentliche Ausstellung zu entwickeln, aber das Alter des Fundes, dieBegleitumstände und die starke Emotionalisierung, die er hervorrief,

2 Dietrich, Stefan: Keine Spur von frostig. Seit heute ist der berühmteste Tiroler der Welt inseinem( wahrscheinlich) endgültigen Domizil im Archäologiemuseum in Bozen zu bewun-dern. In: Tiroler Tageszeitung, Magazin, 28. 3. 1998, S. If.

3 Mit Kosenamen wurden bislang nur wenige archäologische Menschenfunde bedacht: Lucy,Australopithecus, 1976, Äthiopien und Juanita, offiziell Ice Maiden, ein Inkamädchen, 1995,Peru, vgl. Sulzenbacher( wie Anm. 1), S. 8.

4 Neue Vorarlberger Tageszeitung, 21. 10 1992, S. 6; vgl. auch Jaroff, Leon: Iceman. In:Time, 26. 10. 1992, S. 52-56.

5 Vgl. Tiroler Tageszeitung, 26. 9. 1991, S. 3.

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