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Erlebniswelt Volkskultur : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 2001 in Spittal/Drau
Entstehung
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Und am Himmelfahrtstag zum Heiratsmarkt..

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vor allem bei jungen Leuten

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mehr oder

Der erst nach der Wendeweniger heimisch gewordene Valentinstag( 14. Februar) 27 findet seinenNiederschlag vornehmlich in den Gratulationsannoncen in der Pressesowie in den Angeboten der Blumen- und Süßwarengeschäfte. Es handeltsich nicht um einen Gemeinschaftsbrauch.

Ein Publikumsmagnet ist das sorbische Osterreiten, 28 das alljährlich amOstersonntag in drei festgelegten Hauptrouten stattfindet und wie eineinternationale Sportveranstaltung genau terminiert ist. Man kann sich inder Presse und in Prospekten darüber informieren, zu welcher Zeit dieOsterreiter an welchem Ort ankommen.29 Alles ist präzise organisiert: Esgibt Hinweise auf Parkplätze, öffentliche Verkehrsmittel, die gastronomi-sche Versorgung an der gesamten Strecke und so weiter. Der Brauch, dernachweislich bereits im 16. Jahrhundert Schaulustige anzog, 30 hat heuteüberregionale Bedeutung. Die Besucherzahlen sind immens, ³¹ wobeinicht unwichtig ist, dass es sich um eine Veranstaltung der brauchfreudi-gen sorbischen Ethnie handelt. Zum Ursprung und Charakter desBrauchs, der von Seiten der Veranstalter als betont kirchlicher Ritus mitWallfahrtscharakter zelebriert wird auch dem Saatreiten im Gebiet umOstritz wurde vom Papst dieser Status zuerkannt-, 32 sei auf dieeinschlägige Literatur verwiesen.33 Von den Brauchträgern wird die vonGebet und Gesang begleitete Prozession zum Überbringen der christli-chen Osterbotschaft trotz der massentouristischen Herausforderungen in

27 Gynz- Rekowski( wie Anm. 20), S. 85. Bei Blechschmidt, Manfred: Das Erzgebirgsjahr.Berlin 1996, S. 21, wird mitgeteilt, dass sich hierzulande"( im Erzgebirge oder inOstdeutschland?) der Valentinstag als ein neues Fest etabliere. Vgl. auch SZ, 10. 2. 1999; SZ,13./14.2. 1999.

28 SZ, 3./4. 4. 1999; SZ( Pirna), 18. 4. 2000; DNN, 18. 4. 2000; SZ, 19. 4. 2000; DNN, 25. 4.2000.

29 Siehe z. B. die Streckenlisten in der SZ, 11. 4. 2001, S. 14.

30 Die Bewohner der Ortschaften an der Strecke. Vgl. Musiat, Siegmund, Dietrich Scholze:Osterreiten in der sorbischen Lausitz. In: Scholze, Dietrich, Hans Löffler( Hg.): Wir Osterreiter.Über den religiösen Brauch in der Oberlausitz- My krizerjo wo jutrownym nałozku katolskichSerbow. Bautzen[ 1991], S. 6-16, hier S. 16.

31 ,, Seit Öffnung der innerdeutschen Grenze 1989 dürfte die Zahl der Besucher, die meist inKraftfahrzeugen anreisen, die 50 000 überschritten haben", stellen Musiat/ Scholze( wie Anm.30), S. 16, fest. In der Presse heißt es: ,, Oberlausitz zu Ostern fast ausgebucht( SZ, 17. 4. 2000).32 SZ, 27./28. 3. 1999.

33 Musiat/ Scholze( wie Anm. 30), S. 6ff; Frenzel, Alfons: Osterreiten. Ein sorbischer Brauch.Bautzen 1992; Salowski, Martin: Osterreiten in der Lausitz. Bautzen 1992; Musiat, Volksleben( wie Anm. 20), S. 145; Sorbische Bräuche( wie Anm. 20), S. 26ff; Walde, Martin: Hexenbren-nen und Maibaum. Bautzen 1996, S. 17f.

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