Peter Meurkens
Meertens- Instituut)' hat sich sehr gut an einer Amsterdamer Gracht ver-steckt. Am Büro beschäftigte man sich seit den 1950er Jahren unter dengestrengen Augen J. J. Voskuils, in aller Stille' emsig mit dem Aufbauder Dokumentationsbestände für den eigenen Gebrauch, für künftigeSammelbände, und im Interesse des internationalen Volkskunde- Atlas.Die gesammelten Daten wurden sicher deponiert und rubriziert in deneigene Karteikästen; Publikationen wurden stets als„, noch unvollständig"zurückgehalten.
Besonders bemüht war man auch um eine Isolierung der„ praktischenVolkskunde", wie sie regionale Heimatvereine und Bauernmuseen be-treiben. Diese angewandte Volkskunde galt als gefährlich ob ihresForcierens eines, aktiven Folklorismus' und wegen des den Kollegen dortunterstellten Wunsches, neue„ Raritätenkabinette" für„ alte Gebräuche"gründen zu wollen.
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Nur das Arnheim Freilichtmuseum( NOM) schätze man als die Visiten-karte der Volkskunde für das allgemeine Publikum. Aber die Direktoren,wie J. H. Jager Gerlings und A. J. Bernet Kempers, waren eher geneigt,die Türen der musealisierten Gebäude, welche die Vergangenheit vonehemals repräsentieren sollten, zu öffnen, denn systematische Arbeit ander Dokumentation der typischen Eigenschaften( sowie ihrer Genese undFunktionen) der Gemeinschaftsstrukturen des Landes in ihrer Diversitätzu leisten.
Was hat sich geändert? Trotz des zurückhaltenden und reserviertenAuftretens der Fachkollegen, setzte sich, vielleicht wegen der rasantenExpansion der Industrialisierung,„, the quest for a rural idyll" durch.Dieses Idyll befriedigte die Träume des wachsenden Bürgertums. Neuwar, dass allmählich diese Nachfrage des ländlichen Idylls den Charaktereines allgemeinen Anliegens annahm. Immer breitere soziale Schichten
7 Das Volkskundeinstitut der Königlichen Niederländischen Akademie der Künste undWissenschaften.
8 Van Ginkel( wie Anm. 6).
9 Vgl. Rapport, Nigel, Johanna Overing: Social and Cultural Anthropology. Key Concepts.London, New York
2000, S. 315-321.
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