Peter Meurkens
1. die Aufmerksamkeit für, neue Rituale' in den Medien
2. die Aktivierung des regionalen Bewusstseins durch die populäre
Musik
3. die, salonfähig' gewordene Position der Volkskunde in der, höheren Literatur'
4.
die Bekanntheit des ethnologischen Paradigmas bei einembreiten Publikum.
Die große Frage dabei ist: wie ist dieser Fachbereich, der nach dem Kriegeinen niedrigen Status hatte, ein intellektuelles Unternehmen geworden,von dem Status zu entlehnen ist?
IV
Der schwedische Ethnologe Jonas Frykman schreibt„, the past has beco-me a guide, but it has also become an almost daily conversation topic".Man lässt sich nicht nur durch die Vergangenheit inspirieren, sie ist heuteauch Gegenstand alltäglicher Gespräche und Unterhaltungen. Nicht nurin den Geschichtsbüchern wird die Vergangenheit unserer Gesellschaftbesprochen, sie präsentiert sich zum Beispiel genauso in der Ethno- Wellein der( Folk-) Musik und spielt eine Rolle im Film und auf der Theater-bühne. Auch die hidden corners des eigenen historischen Lebensraumsund die vergangenen Begegnungen mit dem Anderen' sind alltäglichGesprächsthemen in Fernseh- und Radioprogrammen.
Heute muss man nicht mehr ein Heimatmuseum besuchen, um das Spezi-fische der Gesellschaft, in der man lebt oder die man als Tourist besucht,kennen zu lernen. Es gibt auch Leute, die ironisch erklären, dass mankeineswegs diese heiligen Plätze der Erinnerung' zu besuchen brauche.Man könne sich auch ohne die Museen, ohne Folklore- Festivals oderähnlichen Veranstaltungen beizuwohnen mit dem kulturellen Erbebekannt machen. Es stimmt die Volkskultur wird auf vielen Ebenen desöffentlichen Lebens eingebracht. Sie dringt durch viele Medien aufverschiedenen Art und Weise ins Privatleben ein. Der Königinnentag( 30.April) ist das höchste Fest für alle lokalen, regionalen, kulturellen und
4 Frykman, Jonas: National Identities. Between Modernity and Cultural Nationalism. In:Volkskultur und Moderne. Europäische Ethnologie zur Jahrtausendwende(= Veröffent-lichungen des Instituts für Europäische Ethnologie der Universität Wien 21). Wien 2000, S.269-286, hier S. 269.
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