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Bulgarisch-österreichisches Kolloquium Europäische Ethnologie an der Wende : Perspektiven - Aufgaben - Kooperationen ; Referate der 1. Kittseer Herbstgespräche vom 10. bis 12. Oktober 1999 ; anläßlich der Jahresausstellung "Zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren - Historische Kalenderbräuche aus Bulgarien" vom 20. Juni bis 1. November 1999 in Schloß Kittsee
Entstehung
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dieses Interesse vornehmlich dem besetzten bzw. annektierten Bos-nien- Herzegowina galt, rückten doch bald auch Albanien, Serbien,Mazedonien und eben Bulgarien als politisch- militärische Interes-senszonen sowie als viel versprechende ethnographische Felderverstärkt in das Blickfeld verschiedenster facheinschlägiger Aktivitä-ten. Zu diesen sind etwa die Balkankommission" der Akademie derWissenschaften, die Balkanexpeditionen des 1. Weltkrieges, aberauch nicht wenige volkskundliche Studien und Beschreibungen vonSeiten österreichischer Gelehrter zu zählen.19

Eine Auflistung thematisch einschlägig befasster Autoren führt dabeiunterschiedlichste Persönlichkeiten mit höchst divergenten Zugangs-weisen zusammen- ist doch der Slawist und Folklorist FriedrichSalomo Krauss( 1859–1938) mit seiner ersten, 1892 in deutscherSprache erschienenen Überblicksdarstellung zur ,, bulgarischen Folk-lore❝20 ebenso zu nennen wie etwa der ethnographisch interessierteSchriftsteller und Herausgeber der Deutschen Dichtung" Karl EmilFranzos( 1848-1940), der in mehreren Aufsätzen um die Jahrhun-dertwende das geistige Leben der Bulgaren in Europa" bekanntgemacht und dabei auch die bulgarische Literatur, die dortigenVolkslieder und die populäre Haidukenpoesie in einem weit östlichsituierten ,, Halbasien" verortet hatte. 21 In der österreichischen Volks-also etwa in der Zeitschrift für österreichische Volkskun-de"- erhöhten zudem der bereits angeführte Matthias Murko²² undder Slawist Edmund Schneeweis( 1886-1964) 23 mit ihren Überblicks-darstellungen zum 1906 eröffneten Ethnographischen Museum in

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Pflege der Ethnologie, mit deren Berücksichtigung der Bevölkerung der österrei-chisch- ungarischen Monarchie und der Balkanhalbinsel( speciell der Südslaven)innerhalb der Gesellschaft zu entfalten".( Jahresbericht. In: Mittheilungen der An-thropologischen Gesellschaft in Wien 14, 1884, S.[ 18]).

19 Zur Volkskunde der Balkanländer" vgl. Leopold Schmidt: Das österreichischeMuseum für Volkskunde.Werden und Wesen eines Wiener Museums. Wien 1960,S. 63-67.

20 Friedrich Salomo Krauss: Das grosse Sammelwerk für bulgarische Folklore. EinBericht. In: Ethnologische Mittheilungen aus Ungarn 1892, S. 147-154, 247-250,257-262, 276-282, 294. Zu Krauss vgl. Raymond L. Burt: Friedrich Salomo Krauss( 1859-1938). Selbstzeugnisse und Materialien zur Biobibliographie des Volkskund-lers, Literaten und Sexualforschers mit einem Nachlassverzeichnis(= Österreichi-sche Akademie der Wissenschaften, phil.- hist. Klasse, Sitzungsberichte 549). Wien1990.

21 Karl Emil Franzos: Die Litteratur der Bulgaren. In: Deutsche Dichtung 19, 1896,S. 217-226, 270-275; 20, 1896, S. 25-28, 77-80; ders.: Haiduken und Haiduken-Poesie. Ein Litterarturbild aus Bulgarien. In: Deutsche Dichtung 21, 1896/7, S. 99-104, 225-251.

22 Matthias Murko: Nachtrag zu den Mitteilungen über die Volkskundemuseen imsüdöstlichen Europa. In: Zeitschrift für österreichische Volkskunde 16, 1910,S. 222-224.

23 Edmund Schneeweis: Zum Stand der ethnographischen Museen in Belgrad undSofia. In: Zeitschrift für österreichische Volkskunde 18, 1912, S. 223-229.

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